In Oberösterreich werden ab Freitag für eine Woche in fünf Bezirken - Linz Stadt, Linz-Land, Wels Stadt, Wels-Land und Urfahr-Umgebung - alle Schulen, Kindergärten sowie Betreuungseinrichtungen geschlossen. Von Dienstag auf Mittwoch ist die Zahl der Infizierten um 61 auf 190 gestiegen. Zurückzuführen ist die Zunahme auf den Cluster der "Freien Christengemeinde" in Linz.

In der Religionsgemeinschaft befinden sich zahlreiche Großfamilien aus Oberösterreich, die das Virus in den vergangenen Tagen in besagten Bezirken verbreitet haben. Daher habe sich das Land in Absprache mit dem Gesundheitsministerium am Mittwoch zu der "drastischen Maßnahme" der neuerlicher Schließungen entschieden. "Ein massiver, aber sinnvoller Schritt", meinte Landehauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) in einer Pressekonferenz.

Situation laut Anschober stabil

In ganz Österreich am Mittwoch wurden erstmals wieder mehr als 110 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) gäbe es keine Hinweise, dass es durch die gestaffelten Öffnungen zu massiven Erhöhungen gekommen ist. Die Ausbrüche seien bisher nur regional, hieß es am Mittwoch bei der Pressekonferenz.

Situation auf Bundesebene wäre stabil, dies bleibe aber nur dann so, wenn wir, wo es zu sichtbaren Clusterbildungen kommt, "sehr konsequent reagieren". Man stehe im Dialog mit Oberösterreich, wo am heutigen Mittwoch Maßnahmen des Landes präsentiert wurden.

Wichtig sei schnelles Kontaktpersonenmanagement - "da geht es um jede Stunde". Es gehe auch um das Risikobewusstsein der Bevölkerung, "manche sind müde geworden". Die Grundregeln wie Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln müssten eingehalten werden. (apa)