Ein jahrzehntelanger, auch politisch ausgefochtener Streit ist am Donnerstag recht unspektakulär zu Ende gegangen. Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, kurz BASG, hat den Antrag auf Zulassung der "Abtreibungspille" Mifegyne durch niedergelassene Gynäkologen genehmigt. Bisher war Mifegyne nur in Krankenhäusern verabreicht worden.

Bei Mifegyne handelt es sich um ein Medikament, das ehemals unter dem Namen RU-486 bekannt geworden und viele Jahre lang als mögliches Mittel für Schwangerschaftsabbrüche vor allem ideologischen und weltanschaulichen Diskussionen ausgesetzt war. Die Erstanwendung im Jahr 1999 am Krankenhaus Korneuburg in Niederösterreich hatte dort sogar zu Demonstrationen von Abtreibungsgegnern geführt. Die Wirksubstanz selbst - Mifepriston - war bereits 1980 vom damaligen französischen Pharmakonzern Roussel-Uclaf entdeckt worden. Es ist ein Progesteron- und Glukokortikoid-Rezeptorantagonist.

Der Hersteller, der an der breiten Verschreibbarkeit bisher gescheitert war, suchte nun erneut um eine Änderung der Zulassung und die Ausweitung auf niedergelassene Gynäkologen an, nach einer Prüfung durch das Bundesamt wurde die Genehmigung nun auch erteilt. Dass es der Regierungswechsel auf Türkis-Grün war, der die Zulassung auch ermöglichte, kann angenommen werden. Die Grünen freuten sich auch per Aussendung darüber. "Dieser vereinfachte Zugang zur Mifegyne ist ein Meilenstein für die Gesundheitsversorgung und für die Selbstbestimmung von Frauen in Österreich", sagte Frauensprecherin Meri Disoski. Mifegyne sei die Alternative zum chirurgischen Schwangerschaftsabbruch und gelte als eine der sichersten Methoden, heißt es in der Aussendung. Auch die SPÖ begrüßte die Zulassung. " Lange hat es gedauert, die Erleichterung ist groß", so die Abgeordnete, Petra Bayr, per Aussendung.