Die türkis-grüne Bundesregierung zieht Konsequenzen nach jahrelangen Forderungen von Schuldirektoren und Lehrergewerkschaft nach mehr Personal für die Sekretariate. Bis zu 1000 Langzeitarbeitslose, Benachteiligte am Arbeitsmarkt und Wiedereinsteigerinnen werden deswegen als Administrativpersonal in Pflichtschulen schon ab dem neuen Schuljahr 2020/21 in die Schulen geschickt. Zwei Drittel der Kosten übernimmt bei dieser Förderaktion das Arbeitsmarktservice (AMS), ein Drittel übernehmen die Schulerhalter der Pflichtschulen, also Länder und Gemeinden.

Das Einstiegsgehalt für die zusätzlichen Administrativkräfte wird bei rund 2000 Euro liegen. Die Förderaktion wurde am Freitag, dem Tag der Zeugnisverteilung in Ostösterreich, von Bildungsminister Heinz Faßmann mit Arbeitsminsterin Christine Aschbacher mit Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Kärntens Landeschef Peter Kaiser (wurde aus Klagenfurt zugeschaltet) und Salzburgs Bildungslandesrätin Maria Hutter in Wien vorgestellt.

500 Zusatzkräfte schon ab 2020/21

500 neue Administrativkräfte sollen mit der Initiative bereits im kommenden Schuljahr an Volks- und Mittelschulen zum Einsatz kommen, 500 weitere im Folgeschuljahr. Die Förderaktion läuft vorerst bis 2022. "Ich will den Schulleitern auch eine erfreuliche Botschaft mitgeben", sagte Faßmann. Als Gesamtvolumen werden dafür bis zu 55 Millionen Euro locker gemacht. Das Personal kann auch schulübergreifend eingesetzt werden. Wie Arbeitsministerin Aschbacher erläuterte, wird die Suche beim AMS dafür schon in den Sommerferien "auf Hochtouren" anlaufen, ebenso etwaige notwendige Schulungen, damit das zusätzliche Personal schrittweise möglichst rasch zur Verfügung steht. Kaiser würde sich das schon mit Beginn des neuen Schuljahres zur Unterstützung der Direktoren und Lehrer wünschen. "Jede Maßnahme, die sich gegen die Geißel Arbeitslosigkeit richtet, wird von Kärnten und mir unterstützt."

Faßmann sprach dabei bei von "einem ganz tollen Paket: "Das ist eine Win-Win-Situation für die Schulen und Arbeitssuchenden." Man könne mit diesem Projekt einen "Meilenstein" setzen. Aschbacher betonte, das Modell solle mit den Mitteln der Wiedereingliederungshilfe einen Bedarf decken.

Niederösterreich nimmt vorerst 100 als Unterstützung

NIederösterreichs Landeshauptfrau Mikl-Leitner kündigte für ihr Bundesland an: "Wir möchten auf jeden Fall hundert Assistenten eine Chance geben - mit der Möglichkeit einer Aufstockung." Ausdrücklich wurde bei der Pressekonferenz betont, dass nicht nur weibliches Administrativpersonal für die Pflichtschulen gesucht werde. "Ich nehme sie gern auch männlich", sagte Mikl-Leitner.

Salzburgs Landesrätin Hutter wies darauf hin, dass es in ihrem Bundesland an 195 Schulstandorten bereits 61 Assistenten für die Verwaltung gebe. "Alle sind glücklich mit diesem System. Es ist eine enorme Erleichterung für die Schule, betonte die Bildungslandesrätin.