SPÖ-Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner hat am Freitag die Werbetrommel für die 4-Tage-Woche gerührt. Diese sei eine "Win-Win-Win-Situation" für Arbeitnehmer, Unternehmer und Staat - und koste nur ein Fünftel der jetzigen Kurzarbeit. Nun gelte es "mutig zu denken und ideologische Scheuklappen abzulegen", so Rendi-Wagner am Freitag vor Journalisten.

Derzeit würden 50.000 offene Stellen auf 500.000 Arbeitslose kommen. Wenn die Kurzarbeit auslaufe, drohe eine Kündigungswelle. "Wir wollen ein nachhaltiges Modell", betonte Rendi-Wagner und ergänzte in Richtung der Arbeitgebervertreter: "Ein reflexartiges Nein ist nicht der richtige Weg aus dieser schweren Krise."

Die Kritik von Wirtschaftskammer-Chef Harald Mahrer erklärt sie sich damit, dass dieser sich das SPÖ-Modell wohl nicht genau angesehen habe. Und Rendi-Wagner erinnerte an die ungleiche Verteilung der Arbeit: "Teilzeit ist weiblich, Überstunden sind männlich." Nun seien die Sozialpartner gefordert, die Gewerkschaft stehe jedenfalls hinter der 4-Tage-Woche. Die Möglichkeit der Kurzarbeit solle weiter bestehen.

Das SPÖ-Modell

Die Arbeitszeit wird für drei Jahre um 20 Prozent verringert. Ein Drittel der Kosten trägt der Betrieb, ein Drittel das AMS, der Arbeitnehmer bekommt fünf Prozent seines Nettogehaltes weniger. Die Arbeitgeber ersparen sich dadurch 15 Prozent der Lohnkosten - bei gleichzeitig steigender Produktivität. Der Staat hätte weniger Ausgaben für Arbeitslosigkeit und Mehreinnahmen durch eine höhere Beschäftigungsquote. Die Nettokosten für die öffentliche Hand würden pro einer Million Teilnehmer am 4-Tage-Modell bei netto 1,14 Milliarden Euro liegen. Die Kurzarbeit koste derzeit rund 6 Milliarden Euro.(apa)