Es war eine jene Maßnahmen, die vor allem Familien mit minderjährigen Kindern während der corona-bedingten Einschränkungen im Frühjahr im Zuge der Hilfsmaßnahmen der türkis-grünen Bundesregierung helfen sollte. Jetzt wird diese Aktion über den Sommer bis 30. September verlängert. Das wurde im Nationalrat nach einem Abänderungsantrag letztlich einstimmig und nicht nur von der Koalition beschlossen.

Die Möglichkeit der dreiwöchigen Sonderbetreuungszeit ist an sich mit Ende Mai ausgelaufen, nun erfolgt die Ausweitung befristet mit 30. September 2020. Diese Form des Sonderurlaubs kann von Arbeitnehmern bei Bedarf zur Betreuung minderjähriger Kinder bis zu 14 Jahren in Anspruch genommen werden, wenn es keine anderen Betreuungsmöglichkeiten gibt. Das gilt auch für Arbeitnehmer, die pflegebdürftige oder behinderte Personen betreuen. Begründet wird die nunmehrige Verlängerung damit, dass die Folgen der Corona-Krise Beschäftigte weiterhin vor enorme Herausforderungen stellen.

Voraussetzung dafür ist Einvernehmen und eine Abmachung zwischen dem Dienstgeber und dem Dienstnehmer. Der Staat übernimmt in diesen Fällen ein Drittel der Kosten des Dienstgebers.Auch tageweise oder halbtageweise Lösungen sind grundsätzlich möglich.

Großteils wurden Frauen freigestellt

Eine erste Bilanz über die Inanspruchnahme der Sonderbertreuungszeit hat nun Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des grünen Sozialsprechers Markus Koza gezogen. Demnach wurden 4874 Personen freigestellt, Der Großteil davon waren Frauen, nämlich 3501, was einem Anteil von 72 Prozent entspricht. Im Rahmen dieses Sonderurlaubs wurden 5490 Kinder bis zu 14 Jahren betreut. Dazu kam die Betreuung von 30 Menschen mit Behinderung sowie von 22 pflegebedürftigen Menschen.