Wien. Mit heute, dem 13. Juli, beginnt nun die automatische Auszahlung der von der Regierung beschlossenen Hilfsgelder für Familien: Mittlerweile von der Regierung als "Familienkrisenfonds" tituliert, erhalten Familien, in denen die Eltern vor dem 28. Februar arbeitslos waren, einmalig 100 Euro an Unterstützungsleistung ausbezahlt.

Gleicher "Arbeitsmarkt, wo sie keine Beschäftigung finden"

Die Arbeiterkammer begrüßt diesen Zuschuss zwar "grundsätzlich", "sieht aber dennoch eine gewisse Mogelpackung darin", heißt es in einer Aussendung zum Thema. Denn das Gesetz ließe eine Unterstützung von drei Mal 50 Euro, also insgesamt 150 Euro dieser Familien zu, die "Wiener Zeitung" berichteteIngrid Moritz, Leiterin der Frauen- und Familien-Abteilung der Arbeiterkammer Wien, rechnet außerdem im Ö1-Morgenjournal am Montag vor, dass Familien, die in der Corona-Krise arbeitslos wurden oder in Kurzarbeit arbeiten (wie auch Selbstständige, die beim Wirtschaftskammer-Härtefallfonds Hilfsgelder beantragen mussten) über den Familienhärteausgleich deutlich mehr Geld erhalten als die Familien, die vor dem 28. Februar arbeitslos waren: Es sind durchschnittlich 1200 Euro im Vergleich zu 200 Euro bei zwei Kindern. Das sei "überhaupt nicht verständlich", sagt Moritz, denn: "Beide finden jetzt einen Arbeitsmarkt vor, wo sie keine Beschäftigung finden." Einmal mehr rechtfertigt die zuständige Familienministerin Christine Aschbacher den Unterschied bei den coronabedingten Hilfsgeldern für Familien als gemeinsam mit Sozialminister Rudolf Aschbacher beschlossene Sache. Man habe sich für die 100 Euro - anstatt der laut Gesetz möglichen 150 Euro - entschieden, um "so viele Familien wie möglich zu unterstützen."

Das das auch anders möglich gewesen wäre, zeigt der Beschluss im Nationalrat vergangene Woche, wonach die 30 Millionen Euro für den ersten Teil des Familienhärteausgleichs auf 60 Millionen Euro aufgestockt wurden. Die Mittel für den zweiten Teil, nun von den Regierungsparteien als "Familienkrisenfonds" bezeichnet, aber bleiben die im Mai vereinbarten 30 Millionen Euro. Ursprünglich hatte die Regierung für diese Familien im Übrigen überhaupt keine Hilfsgelder vorgesehen, die "Wiener Zeitung" berichtete auch darüber.