Die von der türkis-grünen Bundesregierung angeordneten verstärkten Gesundheitskontrollen an Österreichs Ostgrenzen überschreiten die personellen Möglichkeiten der Bezirkshauptmannschaften in Kärnten. Vier Kärntner Bezirkshauptmannschaften haben daher, wie der "Wiener Zeitung" am Dienstag von Seiten des Landes Kärnten erklärt wurde, einen Assistenzeinsatz des Bundesheeres angefordert, um die Grenzübergänge zu Slowenien besser überwachen zu können. Damit soll verhindern werden, dass speziell Menschen vom Westbalkan Corona-Infektionen nach Österreich importieren.

Vier Bezirkshauptmannschaften,die als Gesundheitsbehörden für die Corona-Kontrollen auch an den Grenzen zuständig sind, haben sich mit dem Wunsch nach Unterstützung durch Soldaten an das Militärkommando in Kärnten gewandt. Es sind dies die Bezirke Klagenfurt-Land, Villach-Land, Völkermarkt sowie Wolfsberg. Bisher ist das Bundesheer bereits in Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark im Assistenzeinsatz an den Ostgrenzen.

Details sollen in Kärnten im Laufe des Dienstags zwischen dem Krisenstab des Landes, den Bezirkshauptmannschaften und den Heeresvertretern geklärt werden. Zuletzt konnten an manchen Grenzübergängen die verstärkten Gesundheitskontrollen mangels Personal nicht wie gewünscht durchgeführt werden. Allerdings ist in Kärnten auch nicht völlig klar, was nun die genaue Anordnung des zuständigen Gesundheitsministeriums für die Ausweitung der Grenzkontrollen bedeutet.

Sonderjobbörse für Administrativkräfte

Das Land Kärnten wird darüber hinaus selbst aktiv werden. Im Rahmen einer Sonderjobbörse werden vor allem Lehrer und Musikschullehrer konkret animiert, sich freiwillig für administrative Tätigkeiten der Gesundheitsbehörden, die durch die Corona-Krise heillos überlastet sind, zu melden. Die Pädagogen werden aber nicht an der Grenze bei Gesundheitschecks zum Einsatz kommen, sondern für administrative Zwecke in der Landessanitätsdirektion und in den Gesundheitsämtern.

Das betrifft auch die Nachverfolgung von Infektionsketten. In Kärnten gibt es einen aktuellen Fall mit drei infizierten Personen. Dafür müssen insgesamt rund 120 Personen in verschiedenen Bezirken ausgeforscht und informiert werden, um eine Ausbreitung des Coronavirus durch diese Kontakte zu vermeiden.