Schuldirektoren und Bildungsministerium sind zwar bereits mitten in den Vorbereitungen für das neue Schuljahr ab September. Aber die Folgen der Corona-Infektionen in den vergangenen Monaten halten die Schulverantwortlichen nach wie vor auf Trab. Für Eltern, Schüler und Schulen besonders wichtig war, dass für stornierte Schulveranstaltungen und Sprachreisen ein Härtefallfonds eingerichtet wurde, damit die Eltern nicht auf den Kosten sitzen bleiben. An 179 Schulen wurden bis Stichtag 26. Mai Kosten aus dem Fonds ausgezahlt, teilt Bildungsminister Heinz Faßmann jetzt in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage von Ex-Bildungsministerin SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid mit.

Insgesamt wurden aus dem Härtefallfonds für stornierte Schulveranstaltungen, Sport- und Sprachreisen ins Ausland knapp 536.000 Euro an die 179 Schulen überwiesen worden. Darunter ist beispielsweise ein Betrag von 1850 Euro an die Neue Mittelschule Kauergasse 15. Wiener Bezirk, Für die Volksschule in Schruns im Vorarlberger Montafon waren es 104 Euro. An das Oberstufenrealgymnasium in Vöcklabruck in Oberösterreich wurden knapp 32.700 Euro überwiesen, wie aus der beigefügten Aufstellung des Bildungsressorts, die der "Wiener Zeitung"  vorliegt, hervorgeht.

Keine Anträge an den Fonds abgelehnt

Abgewickelt wird die Aktion für den Ersatz bei anfallenden Stornokosten von der Österreichischen Austauschdienst GmbH, die seit 27. April Anträge entgegengenommen hat. Bis 26. Mai wurden 237 Anträge von Schule und 77 Anträge von Reiseveranstaltern gestellt, listete Faßmann in seiner Antwort an Hammerschmid auf. Nach den Informationen des Bildungsministeriums wurden bis 26. Mai keine Anträge an den Härtefallfonds für Stornokosten abgewiesen. Für eine Erstbegutachtung der Anträge durch die Abwicklungsstelle hat es jeweils rund 15 bis 30 Minuten gedauert.

Ziel des Schulstornofonds ist es, den Erziehungsberechtigten oder eigenberechtigen Schülern die für den Zeitraum vom 11. März 2020 bis Ende des Schuljahres 2019/20 angefallenen Stornokosten zu ersetzen. Das erfolgt auf Basis der eingereichten Stornorechnungen. Beantragte Stornokosten werden zu hundert Prozent durch den Schulstornofonds ersetzt, wie der Bildungsmininster nochmals bekrättigt.

Allerdings sind der "Wiener Zeitung" bereits Fälle bekannt, bei denen Schulleitungen Sprachreisen im Herbst im neuen Schuljahr schon abgesagt haben und Stornokosten von den Eltern eingefordert haben. Die Frage wird für das Bildungsministerium virulent bleiben, weil auch bei dem im September beginnenden neuen Schuljahr 2020/21 mit weiteren Corona-Auswirkungen zu rechnen ist.