Die Almwirtschaft hat in Österreich eine große Bedeutung - nicht zuletzt für den Tourismus. Heuer zieht es noch mehr Leute auf die Almen, wie nach dem Motto "Almen statt Palmen", sagt Landwirtschafts- und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Deshalb sei ein respektvoller Umgang gegenüber der Pflanzen- und Tierwelt auf unseren Almen wichtig. Um Verständnis dafür wurde am Dienstag bei einem Almen-Gipfel in Wien geworben.

Bereits nach dem Kuh-Urteil, das sowohl der zu Tode getrampelte Hundebesitzerin als auch dem Landwirt jeweils eine Teilschuld zusprach, reißt die Debatte um das Verhalten auf den Almen nicht ab. "Almen sind kein Streichelzoo", sagt denn auch Gerald Dunkel-Schwarzenberger, Präsident des Verbands alpiner Vereine Österreichs. Erich Schwärzler, Bundesobmann der Almwirtschaft Österreich und aktiver Almbauer, fordert, dass Wanderwege verlegt werden können, um Kühen auszuweichen.

Seit vergangenem Jahr, als das Urteil bestätigt wurde, steht die Eigenverantwortung der Besucher im Mittelpunkt. "Niemand möchte abgesperrte Almen", sagt Dunkel-Schwarzenberger. Deshalb braucht es ein gutes Miteinander.

Aber nicht nur die Sicherheit war Thema beim Gipfel, sondern auch der zurückgelassene Müll in den Bergen. Getränkedosen, Zigarettenstummel und Jausenpapier bilden eine Gesundheitsgefährdung für Alm- und Wildtiere. Auch in diesem Bereich gilt es, Touristen als auch Einheimische aufzuklären und ihr Bewusstsein zu erweitern. "Müll hat in der Bergwelt nichts verloren", sagt Schwärzler.

Der Almbauernvertreter forderte außerdem eine spezielle Kennzeichnung für Almprodukte. "Es muss zu einer Wertschätzung der Almprodukte kommen", sagte Schwärzler. Almprodukte sollen im Supermarkt eindeutig als solche erkennbar sein. "So kann es von Wertschätzung zur Wertschöpfung kommen", sagte Dunkel-Schwarzenberger.