Nach den Lockerungen der vergangenen Wochen gelten nun wieder strengere Maßnahmen, um eine "zweite Welle" zu verhindern. Wichtige Hebel dabei sind die Maskenpflicht und Einreisebestimmungen. Hier die wichtigsten Regelungen:

Wo muss man nun eine Maske tragen?

Ab heute, Freitag, 24.7.2020, sind Masken wieder in Supermärkten, in Bank- und in Postfilialen Pflicht. Die Ausdehnung der Maskenpflicht betrifft generell den Kundenbereich des Lebensmitteleinzelhandels "einschließlich Verkaufsstätten von Lebensmittelproduzenten (Anm.: Bäckereien) sowie Tankstellen mit angeschlossenen Verkaufsstellen von Lebensmitteln". Das geht aus der in der Nacht auf Donnerstag erlassenen Verordnung von Gesundheitsminister Rudolf Anschober hervor.

Die Verpflichtung gilt sowohl für die Kunden wie auch die Betreiber und Mitarbeiter der genannten Einrichtungen - "sofern zwischen den Personen keine sonstige geeignete Schutzvorrichtung zur räumlichen Trennung vorhanden ist, die das gleiche Schutzniveau gewährleistet".

Besucher von Gesundheitseinrichtungen wie Pflegeheimen, Kranken- und Kuranstalten sind wieder verpflichtet, zum Mund-Nasen-Schutz zu greifen. Das geht aus der Adaptierung der "COVID-19-Lockerungsverordnung" von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hervor. Die Maskenpflicht für Besucher gilt für alle Orte, "an denen Gesundheits- und Pflegedienstleistungen erbracht werden", heißt es in der Vorordnung.

Bisher hatten die jeweiligen Betreiber laut der "Lockerungsverordnung" lediglich "durch geeignete Schutzmaßnahmen das Infektionsrisiko zu minimieren".

Obligatorisch sind Masken weiterhin in bestimmten Bereichen, wie in Spitälern, Arztpraxen und Apotheken, in öffentlichen Verkehrsmitteln, bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen (außer am Sitzplatz) sowie bei Demonstrationen und bei Dienstleistern wie Friseuren, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Außerdem gibt es regionale Maskenpflichten:

  • In Salzburg in Amtsgebäuden der Stadt Salzburg
  • In Kärnten in Velden, Pörtschach und Krumpendorf am Wörthersee sowie in St. Kanzian am Klopeinersee zwischen 21 und 2 Uhr nachts, in Spittal an der Drau jeweils Freitags zwischen 18 und 2 Uhr im Bereichen der Innenstadt, auf den Klagenfurter Märkten zu Marktzeiten und an den Wochenenden abends in der Bezirksstadt Wolfsberg.
  • In Oberösterreich an öffentlichen Orten wie Lokalen und Geschäften. Von der Pflicht zum Nasen-Mund-Schutz seien unter anderem Kundenbereiche der Handelsbetriebe, Einkaufszentren, Markthallen, Banken, Versicherungen, Fahrgastebereiche der Bahnhöfe, Besucherbereiche von Museen, Ausstellungen, Bibliotheken, Kinos, Sportstudios, Amtsgebäuden aber auch Räume von Einrichtungen zur Religionsausübung und Indoor-Sportstätten erfasst.

Wohin kann die Reise gehen?

Irland hat am Mittwoch die Quarantänepflicht für Einreisende aus 15 Staaten abgeschafft, Österreich ist nicht darunter. Auch in Island muss man sich nach der Einreise in eine zweiwöchige häusliche Selbstquarantäne begeben. Wer nach Griechenland reisen möchte, muss sich zuvor registrieren.

Verschärfte Einreisebedingungen aus Risikogebieten

Ab Freitag, 24.7.2020, ist die Einreise aus Risikogebieten nur noch mit einem negativem PCR-Test erlaubt, der aus einem zertifizierten Labor stammen muss. Hier wurde besonders der Westbalkan (wie Serbien und Montenegro) hervorgehoben. Doch auch bei einem negativen Testergebnis wird eine 14-tägige Heimquarantäne nach der Einreise Pflicht.

"Die Möglichkeit, anstelle eines PCR-Tests die 14-tägige Heimquarantäne anzutreten, besteht bei Einreisen aus Ländern mit Einreisebeschränkungen künftig nicht mehr", hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums an die APA am Mittwoch. Österreichische Staatsbürger und Personen mit gewöhnlichem Aufenthalt in Österreich können allerdings "in begründeten Ausnahmefällen die Testung binnen 48 Stunden auf eigene Kosten in Österreich durchführen". Alle anderen müssen an der Grenze einen Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden ist.

Auch bei einem negativen PCR-Test gilt allerdings: Alle Einreisenden aus Risikogebieten müssen verpflichtend eine 14-tägige Heimquarantäne antreten. Ein "Freitesten" aus der Quarantäne - also eine vorzeitige "Befreiung" aus der Quarantäne durch einen negativen PCR-Test - wird in Zukunft nur mehr für "Schlüsselpersonal" möglich sein. Deren Definition werde noch finalisiert, hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Die Verordnung, die auch die Risikogebiete detailliert aufzählt, für die die Verschärfung gilt, soll spätestens am Donnerstag veröffentlicht werden.

Geplant ist auch eine verstärkte Quarantäneüberwachung, darüber hinaus sollen alle Grenzkontrollen gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden durchgeführt werden.

Weitere Einreisebestimmungen

Die Einreise nach Österreich ist aus den folgenden 30 Ländern in Europa ohne Covid19-Tests bzw. Quarantänemaßnahmen möglich:

Belgien, Deutschland, Dänemark (einschließlich Färöer Inseln), Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Polen, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Kroatien, Irland, Zypern, Andorra, Monaco, San Marino, Vatikanstadt.

Unterschiedliche Regelungen in beliebten Reiseländern

Es gibt von Land zu Land, oft sogar von Region zu Region, unterschiedliche Regelungen. Der ÖAMTC hat eine Übersicht erstellt und rät dringend, vor Abreise die notwendigen Informationen einzuholen.

Auch während des Urlaubs gilt es die jeweiligen "Corona-Regeln" einzuhalten – sonst drohen hohe Strafen, teils in Höhe mehrerer tausend Euro.

"Für Italien-Urlaube in die Regionen Apulien und Kalabrien sowie auf die Inseln Sardinien und Sizilien muss vor der Einreise eine Online-Registrierung vorgenommen werden", sagte ÖAMTC-Touristikerin Maria Renner. Wer zum Beispiel per Flugzeug oder Fähre nach Sardinien möchte, muss das entsprechende Formular 48 Stunden vorher elektronisch ausfüllen und bei der Einreise eine Kopie dessen, zusammen mit Bordkarte und Ausweis, vorlegen. Bei der Ankunft in Sardinien wird außerdem die Körpertemperatur gemessen.

"Für die Einreise nach Kroatien ist eine Registrierung erforderlich, die entweder vorher oder direkt beim Grenzübertritt durchgeführt werden kann", erklärte die Expertin. Sie empfiehlt: "Um Wartezeiten zu vermeiden, erledigt man das besser noch zu Hause."

Wer nach Spanien fliegen möchte, muss sich im Rahmen des Spain Travel Health Programms mindestens 48 Stunden vor der Abreise online registrieren.

Hinsichtlich Maskenpflicht ist das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in Deutschland aktuell in allen geschlossenen Räumen verpflichtend vorgesehen, also zum Beispiel auch in Geschäften. "Bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ist ein Mund-Nasen-Schutz verpflichtend in Kroatien, Spanien, Deutschland, Slowenien und Italien zu tragen", sagte Maria Renner.

Der vorgeschriebene Mindestabstand variiert zwischen einem und zwei Metern in den jeweiligen Ländern. In Italien beispielsweise muss in der Öffentlichkeit ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten werden, bei sportlichen Aktivitäten zwei Meter. Wo das nicht möglich ist, bzw. generell in geschlossenen Räumen, gilt die Maskenpflicht. "Am besten geht man auf Nummer sicher und hält immer genügend Abstand", riet die ÖAMTC-Expertin.

Für Fahrgemeinschaften existieren in Kroatien, Slowenien und Deutschland keine Einschränkungen. In Italien aber sehr wohl: Wer mit nicht haushaltszugehörigen Personen im Auto unterwegs ist, muss den Beifahrersitz frei lassen, auf den weiteren Sitzreihen sind je maximal zwei Personen erlaubt – und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist für alle Insassen verpflichtend. In Spanien gilt für Fahrgemeinschaften "nur" Maskenpflicht.

Hohe Strafen

Wer gegen die Pandemie bedingten Regeln verstößt, muss mit hohen Strafen rechnen. Die konkrete Höhe ist von Land zu Land unterschiedlich. So sind in Deutschland, abhängig vom jeweiligen Bundesland, mehrere Hundert Euro möglich. "In Italien liegt der Strafrahmen zwischen 400 und 3000 Euro, in Slowenien zwischen 400 und 4000 Euro", erklärte die Expertin. Deutlich höher liegt das Strafhöchstmaß in Kroatien und Spanien. In Kroatien sind bei Missachtung der "Corona-Regeln" Strafen zwischen 1050 und 15.800 Euro möglich. In Spanien drohen bei Verstößen gegen die Maskenpflicht bis zu hundert Euro Strafe – illegale "Corona-Parties" können bis zu 10.400 Euro kosten. Wer gegen die griechischen Auflagen zur Einreise verstößt, dem droht eine Strafe von 500 Euro. (apa, red)

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