Mitten in den Sommerferien entbrennt wegen der drohenden Ausbreitung der Corona-Infektionen eine neue Debatte um die Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen nach dem Beginn des neuen Schuljahres 2020/21 im Herbst. Bildungsminister Heinz Faßmann möchte aber zuviel Aktvismus im Vorfeld bremsen. Das Einführen einer Schutzmaskenpflicht für Lehrer und Schüler ist für ihn lediglich eine Maßnahme  im Rahmen eines ganzen Pakets an Schutzvorkehrungen.

"Ich kann versichern, dass wir derzeit sehr intensiv an einem Konzept für den Herbst arbeiten. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes kann, wenn, dann nur eine Maßnahme von vielen anderen sein", ließ er der "Wiener Zeitung" auf Anfrage mitteilen. Auslöser der neuen Diskussion ist der Vorsitzende der Gewerkschaft der Pflichtschullehrer, Paul Kimberger, der sich in der U-Bahn-Zeitung "Heute" für eine Maskenpflicht für Lehrer und Schüler im heurigen Herbst ausgesprochen hat. Die Lehrergewerkschaft hatte schon nach dem Heimunterricht von Mitte März bis Mai wegen der Corona-Epidemie bei der Rückkehr in die Schulen im abgelaufenenen Schuljahr auf mehr Schutzmaßnahmen gedrängt.

Die Entscheidungen, welche Maßnahmen im neuen Schuljahr ab September zum Einsatz kommen, wird erst nach Mitte August fallen. Der Bildungsminister hatte diese einzelnen Maßnahmen vor allem von der aktuellen Entwicklung der Corona-Infektionen in Österreich abhängig gemacht. Österreichweite Schulschließungen möchte er aber ausdrücklich im Herbst vermeiden. Infizierte Schüler sollen aber möglichst rasch von Mitschülern und Lehrern getrennt werden.

SPÖ drängt auf "Planungssicherheit"

An einer Maskenpflicht in den Schulen scheiden sich auch innerhalb der Opposition die Geister. Faßmann Vorgängerin als Ministerin bis Dezember 2017, SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid, unterstützt die Forderung der Lehrergewerkschaft, wonach es für das kommende Schuljahr rechtzeitig einen für ganz Österreich geltenden Masterplan mit verschiedenen Szenarien geben müsse. Eltern, Schüler und Lehrer bräuchten "Planungssicherheit" für das kommende Schuljahr. Das Bildungsministerium dürfe Fehler der vergangenen Monate nicht wiederholen.

Hingegen lehnte die Bildungssprecherin der Neos, Martina Künsberg Sarre, eine generelle Maskenpflicht in den Schulen im Herbst als "nicht sehr zielführend" ab. Sie sprach sich für ein differenziertes Vorgehen aus.