Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) fordert kostenlose Corona-Tests für alle rückkehrenden Urlauber an der Grenze. Das sagte er heute, Freitag, im Ö1-"Morgenjournal". Er misstraue den aus dem Ausland mitgebrachten Tests: "Ich halte es im Augenblick für ein bisschen merkwürdig, dass man aus irgendwelchen Ländern mit irgendeinem Zettel daher kommen kann und sagen kann, das ist jetzt ein geprüfter Covid-Test aus der Ukraine oder aus Bulgarien oder aus der Türkei, und ein 18-jähriger, junger Mann, dem wir gerade ein Gewehr umgehängt haben, soll jetzt entscheiden, ob das ein gültiges, qualitätsgesichertes Covid-19-Testergebnis ist. Das halte ich bisschen für eine Augenauswischerei."

Daher spricht sich Hacker für kostenlose Coronatests an Österreichs Grenzen aus. Urlaubsrückkehrer, unabhängig von ihrer Nationalität und davon, ob sie aus Ländern mit Reisewarnung kommen, sollen nach dem Vorbild Deutschlands kostenlos auf Covid-19 getestet werden. "Damit soll die Qualität der Tests gewährleistet sein, die wir in Österreich gewohnt sind", so Hacker im "Morgenjournal".

Auszufüllende Quarantäne-Erklärungen teils unleserlich

Das gleiche Problem gebe es auch mit den Formularen, die Einreisende aus den Risikogebieten ohne Gesundheitszeugnis ausfüllen müssen, wonach sie sich in Quarantäne begeben und den Coronatest binnen 48 Stunden nachholen. "Im Augenblick verlangt ein 18-jähriger Wehrdiener von Menschen selbst einen Zettel auszufüllen, die bekommen keine Kopie, unterschreiben aber, dass sie einverstanden sind in Quarantäne zu gehen. Das können sie niemanden zeigen, auch ihrem Arbeitgeber nicht zeigen. Und von einigen ganz wenigen Bezirkshauptmannschaften bekommen wir im Augenblick Fotokopien von diesen Zetteln und da steht manchmal nur der Vorname drauf, eine Adresse, die nicht leserlich ist, ein Geburtsdatum, das keiner kennt. Also da muss die Qualität dramatisch schnell wesentlich besser werden", so Hacker.

Der Stadtrat bekräftigte zudem, dass die geplante Corona-Ampel für ganz Wien gelten und nicht in Bezirke unterschieden werden soll.

Anschober begrüßt Vorschlag für Labors in Grenznähe

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat den Vorschlag für Coronatest-Labors in Grenznähe begrüßt. Er versprach bei einer Pressekonferenz auch weitere Verbesserungen im Bereich des Grenzmanagements. Anschober meinte, er arbeite gut mit dem Wiener Stadtrat zusammen und würde Testmöglichkeiten, "vielleicht nicht direkt an der Grenze, aber in Grenznähe begrüßen". Das sei grundsätzlich gut, die Frage sei nur, "wie schnell und flächendeckend" man das machen könne.

Man setze derzeit auf eine Informationsoffensive. Die Reiseheimkehrer würden darüber informiert, wo sich ein Labor befindet und wie sie sich testen lassen können. "Die Informationen für die Betroffenen müssen da sein", so Anschober.

Was die unleserlichen Formulare betrifft, sei man mit dem Innenministerium in Kontakt. "Da kann es Einzelfälle geben, wo es Zuordnungsschwierigkeiten gibt". Aber auch bei einer Digitalisierung der Formulare könne es zu falschen Einträgen kommen, sagte der Minister. "Wir suchen nach Verbesserungsoptionen." Innenminister Nehammer meinte zur APA, er wolle sich in die Debatte nicht einmische, die Expertise liege beim Gesundheitsminister. Ob nachgebessert werde, sei eine Entscheidung der Gesundheitsbehörden. Die Polizei führe an der Grenze lediglich die Personen- bzw. Passkontrollen durch.

Mit dem Außenministerium diskutiere man die Qualität von Tests aus dem Ausland und wie man diese prüfen können, hieß es bei der Pressekonferenz des Gesundheitsministers. Hier sieht Anschober die WHO gefordert. Man werde die Weltgesundheitsorganisation diesbezüglich kontaktieren. (apa, red)