Damit Schüler "Gratis-Schulbücher" erhalten, sind im heurigen Budget insgesamt 112 Millionen Euro veranschlagt. Das Geld dafür kommt aus dem Familienlastenausgleichsfonds, für den Familien- und Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) zuständig ist. Pro Schüler werden für die Schulbuchaktion 96 Euro im Schuljahr aufgewendet, hat die Familienministerin in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der FPÖ vorgerechnet. Im Durchschnitt wurden 7,5 Schulbücher bestellt. Der Familienfonds, kurz Flaf, aus dem auch die Familienbeihilfen und das Kinderbetreuungsgeld gezahlt werden, kämpft, wie zuletzt berichtet, mit einem wachsenden Schuldenberg von gut drei Milliarden Euro.

Der Durchschnittswert von 96 Euro bezieht sich auf das Schuljahr 2018/19, dem bisher letzten Jahr, zu dem die vollständigen Daten vorliegen. Dabei wurde rund 8,5 Millionen Schulbücher vom Staat an etwa 1,138 Millionen Schüler verteilt. In die Gesamtsumme ist auch ein Pauschalbeitrag für digitale Schulbücher eingerechnet, wie die Familienministerin mitteilte. Zu den Relationen: Bei der Einführung der digitalen Schulbücher im Jahr 2016/17 lag der Pauschalbetrag dafür bei 800.000 Euro. Bis zum Schuljahr 2019/20 erhöhte sich der Pauschalbeitrag für digitale Schulbücher auf zwei Millionen Euro. Im abgelaufenen Schuljahr 2019/20 wurden 919.138 E-Book plus bestellt, geht es der Antwort an die FPÖ weiters hervor.

FPÖ-Anfrage

Eine FPÖ-Anfrage erging zu diesem Thema auch an Bildungsminister Heinz Faßmann. Dieser verwies zunächst darauf, dass das Familienministerium im Wege des Familienfonds für die Bereitstellung von Schulbüchern als Sachleistung zuständig ist. Die "Gratis-Schulbücher" wurden in den 1970er Jahren während der Ära von SPÖ-Bundeskanzler Bruno Kreisky eingeführt, um auch Kindern aus finanziell schlechter gestellten Familien den Besuch Höherer Schulen leichter zu ermöglichen. Dotiert wird der Familienlastenausgleichsfonds, in dem gut sieben Milliarden Euro liegen, zum Großteil aus Beiträgen der Unternehmen.

Der Bildungsminister verwies in seiner Antwort darauf, dass das inhaltliche Angebot mit digitalen Bildungsmedien erweitert worden ist und wird.-  Im Rahmen eines "8 Punkte Plans für den digitalen Unterricht" sei auch ein Gütesiegel für LernApps vorgesehen. Im Vordergrund stehe dabei die Beurteilung nach pädagogischen Kriterien. Aber auch Lernmanagement, Lernengagement sowie Benutzerfreundlichkeit und Datenschutz seien wesentliche Kriterien für eine innovative Lern-Software. Im Zusammenhang mit der Corona-Krise sei heuer im Frühjahr eine verstärkte Ausweitung der Angebote an digitalen Bildungsmedien erfolgt.  Dabei seien für den österreichischen Bildungsbereich binnen kürzester Zeit knapp 758.000 Euro investiert worden, um damit den Heimunterricht, der Mitte März gestartet wurden und an den Pflichtschulen bis 18. Mai gedauert hat, zu unterstützen.