Während Bildungsminister Heinz Faßmann von der Lehrergewerkschaft bereits mit der Forderung nach einer Maskenpflicht für Schüler und Lehrer im neuen Schuljahr 2020/21 bedrängt wird, sich aber ablehnend zeigt, tauchen jetzt im Nachhinein interessante Daten auf. Es geht dabei um den wegen der Corona-Epidemie eingeschränkten Unterricht im heurigen Frühjahr. Damit auch jene Schüler, die daheim nicht über die entsprechende technische Ausstattung verfügten, von zu Hause aus mitlernen konnten, wurden österreichweit 7221 Endgeräte wie Laptops mittels Leihvertrag zur Verfügung gestellt. Diese Zahl führt Bildungsminister Faßmann in seiner aktuellen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Neos an.

Besonders bemerkenswert ist dabei, wie wenige Endgeräte für Mädchen und Burschen in den Mittelschulen bereitgestellt wurden. In Wien war das ingesamt nur bei elf Schülern an Mittelschulen laut dieser Bilanz des Bildungsressorts der Fall. Dabei kommen gerade in Wiener Mittelschulen viele Schüler aus einem Elternhaus mit Migrationshintergrund und/oder aus finanziell schlechter gestellten Familien.

"Mit Geräten das Auslangen gefunden"

Faßmann stellt in seiner Antwort an Neos-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre ausdrücklich fest: "Insgesamt wurde mit den beschafften Geräten das Auslangen gefunden." Das bedeutet im Klartext, dass die von den Schulen über die Bildungsdirektionen der Bundesländer angeforderte Zahl an Laptops und Tablets nicht höher gewesen ist. Das kann allerdings auch daran liegen, dass nach Informationen der "Wiener Zeitung" Schulleitungen von vorneherein zumindest informell angehalten wurden, bei den Anforderungen zurückhaltend zu sein. Wenn in Haushalten entsprechend ausgestattete Handys vorhanden waren, sollte etwa auch kein Laptop oder Tablet extra beantragt werden.

Der Anteil der Endgeräte, die an Mittelschulen ausgeliefert wurden, war auch außerhalb Wiens niedrig. Selbst in Oberösterreich und der Steiermark ging kein einziges Endgerät laut der Aufstellung des Ministeriums für den Heimunterricht während der Corona-Phase an Mittelschulen. In Niederösterreich waren es beispielsweise ebenfalls nur 17, in Tirol 14.

In Wien die mit Abstand meisten Geräte

An Wiener Schulen wurden insgesamt die mit Abstand meisten Endgeräte bereitgestellt, nämlich 2069, davon 2138 an AHS sowie 460 an Berufsbildende Mittlere und Höhere Schulen. Nach Bundesländern aufgeteilt folgte die Steiermark mit insgesamt 1303 ausgelieferten Endgeräten vor Niederösterreich (699) und Oberösterreich (696).

Die Auslieferung über Postämter erfolgte, wie Faßmann der Neos-Mandatarin mitteilte, von 28. April bis 7. Mai. Für die Pflichtschüler begann die Rückkehr in die Schulklassen nach dem Heimunterrricht ab Mitte März dann ab dem 18. Mai, für Schüler an Höheren Schulen ab 3. Juni, für Maturanten hingegen schon ab 4. Mai. Die Rückgabe musste gemäß Leihvertrag nach Ende des zu Ende gegangenen Schuljahres Ende Juni/Anfang Juli erfolgen.