Der im Zuge des Skandals um die Commerzialbank Mattersburg und dessen Ex-Vorstandschef Martin Pucher zurückgetretene SPÖ-Landesrat Christian Illedits wird durch Leonhard Schneemann ersetzt. Nach Sitzungen der burgenländischen SPÖ-Landesparteigremien hat Landeshauptmann Hans Peter Doskozil Mittwochmittag den künftigen neuen Landesrat in Eisenstadt vorgestellt. Er hob dabei hervor, dass Schneemann sowohl Wirtschaftsexperte sei als auch soziale Stärken habe.

Die Präsentation des neuen SPÖ-Landesrats Schneemann erfolgte am Tag vor der Sondersitzung des Landtages, bei der es auf Betreiben vor allem der ÖVP zu einer Erklärung Doskozils zu den Vorgängen bei der Commerzialbank Mattersburg kommen wird. Doskozil hat die Affäre stets als Kriminalfall dargestellt. Der Name Schneemans war zuletzt im Burgenland bereits für die Postenbesetzung kursiert. Illedits ist Anfang August zurückgetreten, weil er, so seine Begründung, zu seinem 60. Geburtstag einen Goldbarren im Wert von 5400 Euro als Geschenk vom Fußballklub SV Mattersburg, wo Pucher Obmann war, angenommen hat. Beim Bankenskandal geht es um fingierte Kredite und erfundene Guthaben, der Schaden wird derzeit mit napp 700 Milionen Euro beziffert.

Die SPÖ Burgenland will am Donnerstag im Landtag jedenfalls mit einen Dringlichkeitsantrag für ein Parteispendenverbot einbringen. Bei Verstößen droht eine harte Strafe: Sollte sich eine Partei nicht an das Verbot halten, sei der Verlust der Parteienförderung für die gesamte fünfjährige Legislaturperiode vorgesehen, erläuterte SPÖ-Klubobmann Robert Hergovich.

Man wolle damit vermeiden, dass sich "Big Spender" in den politischen Meinungsbildungsprozess einmischen können. "Mit einer kleinen Strafe von ein paar Tausend Euro ist es hier sicher nicht getan. Diese Strafe muss wehtun, damit die Politik von der Wirtschaft unabhängig bleibt", meinte  der SPÖ-Klubobmann.