Knapp drei Wochen sind es noch in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland bis zum Beginn des neuen Schuljahres 2020/21. Bildungsminister Heinz Faßmann hat bereits, wie berichtet, den Plan seines Ressorts für den Schulstart angesichts der nach wie vor bestehenden Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus, verkündet. Zuvor gibt es in den Sommerferien aber noch eine Premiere, die ihren Ursprung im Heimunterricht und den Einschränkungen des Schulbetriebs durch die Corona-Beschränkungen im heurigen Frühjahr hat. Am 24. August, also am kommenden Montag, beginnen in Ostösterreich die Sommerschulen für Schüler mit Problemen in Deutsch. Insgesamt 23.734 Mädchen und Burschen wurden von den Eltern für diese neue, zwei Wochen dauernde Unterstützungsmaßnahme angemeldet.

Aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage von SPÖ-Bildungssprecherin Ex-Ministerin Sonja Hammerschmid geht jetzt hervor, wie sich die Sommerschüler auf die diversen Schulen aufteilen. Der Großteil kommt aus den Volksschulen. 14.360 Mädchen und Burschen, also fast 15.000 Volksschüler listet Bildungsminister Faßmann in der Antwort an seine Vorgängerin im Ressort auf. 6383 Schüler aus einer Mittelschule sind für die Sommerschulen angemeldet. Dazu kommen noch 2991 Schüler aus der AHS-Unterstufen, die die Sommerschulen besuchen. In den sechs Bundesländern Oberösterreich, Steiermark, Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Kärnten beginnen die Sommerschulen eine Woche später als in Ostösterreich, also am 31. August.

Es soll nicht bei einer einmaligen Aktion bei den Sommerschulen bleiben, die heuer vor allem auch eingerichtet wurden, um Schüler mit Problemen in Deutsch nach dem Heimunterricht und dem "Schichtbetrieb" in den Klassen im Frühjahr zu unterstützen. Geplant ist eine Evaluierung der heurigen Sommerschul-Aktion. Bildungsminister Faßmann hat aber schon Pläne für die Sommerferien in den kommenden Jahren. Die Sommerschulen sollen dabei von Schülern mit Deutschproblemen auf Mädchen und Burschen, die Schwierigkeiten in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern haben, ausgeweitet werden. Das würde etwa Physik oder Biologie betreffen.

Nicht mehr Lehrerposten für Pflichtschulen

In der Antwort an Ex-Bildungsministerin Hammerschmied stellt Faßmann so nebenbei auch noch klar, dass keine Erhöhung der Lehrerkontingente und damit Dienstposten für die Länder für das bevorstehende Schuljahr 2020/21 kommen wird. Es geht dabei um die Dienstposten in den Pflichtschulen, für die die Bundesländer zuständig sind, auch wenn der Bund die Gehälter zahlt. "Nein", lautet dazu Faßmanns unmissverständliche, knappe Antwort. Es gibt demnach keine zusätzlichen Lehrerkontingente für die Länder. Das ist insofern von Interesse, weil vor allem in Wien die von den Christgewerkschaftern dominierte Lehrergewerkschaft schon Ende des vergangenen Schuljahres gegen Einschränkungen der Lehrerkontingente in den Pflichtschulen (Volks- und Mittelschulen) protestiert hat. Die Bildungsdirektion hat die Schuld für diese Kürzungen der Kontingente für den regulären Schulbetrieb auf das Bildungsministerium abgeschoben, weil das Ressort nicht genügend Ressourcen und Dienstposten für Deutschförderklassen für Schüler mit mangelnden Deutschkenntnissen mit Migrationshintergrund zur Verfügung stelle.