Die Zahl der Corona-Infizierten wächst weiter. Das ist die schlechte Nachricht. Die bessere: Obwohl mehr Infizierte zu beklagen sind, gibt es kein exponentielles Wachstum wie im Frühjahr. Und zwar auch dann nicht, wenn man als neuen Nullpunkt den Juli heranzieht, als die Neuinfektionen nach Wochen der niedrigen Inzidenz wieder zum Steigen begannen, zuerst auf rund 60 pro Tag, dann auf mehr als 100, zuletzt auf durchschnittlich 250 pro Tag.

Das führte nun dazu, dass erstmals seit Monaten wieder mehr als 3000 Personen aktiv infiziert sind. Zu beachten ist, dass durch ein deutliches intensiveres Testvolumen mehr Infizierte ohne Symptome entdeckt werden.

Dass auch bleibend asymptomatische Personen das Virus weitergeben können, ist erwiesen. Die Wissenschaft geht aber mittlerweile davon aus, dass diese Personen über eine niedrigere Viruslast verfügen und deshalb zumindest nicht zu Superspreadern werden. Bei Infizierten, die sich gesund fühlen, könnte der Krankheitsausbruch aber auch unmittelbar bevorstehen. Dann spricht man von Prä-symptomatischen, die sehr wohl im Verdacht stehen, viel Virus abzugeben.

In Wien wurden in den Teststraßen für Reiserückkehrer von rund 4700 Proben bereits 4100 ausgewertet, dabei wurden 71 Corona-Positive gefunden. Auf Basis dieser Ergebnisse geht man in Wien von einer Prävalenz von 1,7 Prozent bei Kroatien-Reisende aus, dass sich also etwa 1,7 Prozent der Urlauber angesteckt haben. Das wäre ein deutlich höherer Wert als ursprünglich angenommen. Da sich aber nur ein kleiner Teil der Reisenden überhaupt testen ließ (von geschätzt 40.000 Kroatien-Urlaubenden), "lässt sich ableiten, dass sich nun ein massiver Infektionsdruck aus den ungetesteten, aber wahrscheinlich positiven Asymptomatischen ergibt", heißt es aus der Stadt Wien - wiederum eine schlechte Nachricht.(sir)