In der Diskussion rund um den Schutzstatus des Wolfes und aufgrund der zunehmenden Anzahl an Wolfsrissen erwägt Tirol eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. Dies berichtete die "Tiroler Tageszeitung" (Freitagsausgabe). Dabei gehe es um die Gleichbehandlung Österreichs gegenüber anderen Staaten, in denen der Wolf einen geringeren Schutzstatus genieße.

In Finnland, Polen oder Griechenland wäre etwa die Entnahme eines Wolfes leichter, erklärte Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP). Eine etwaige Klage müsse natürlich sehr gut mit Gutachten untermauert werden. "Aber da sind wir dran", meinte er.

Zudem soll über den europäischen Bauernverband eine EU-weite Bürgerinitiative gestartet werden. Gespräche würden bereits laufen. Aus sieben EU-Ländern benötige es dafür aktive Unterstützer und insgesamt eine Million Unterschriften - in jedem Land eine vorgeschriebene Mindestanzahl. In Österreich wären laut "TT" 13.395 Unterstützungserklärungen notwendig. Werden die nötigen Unterschriften erreicht, müsste sie zumindest von der EU-Kommission und dem EU-Parlament behandelt werden.

Erneuter Schafsriss

Indes vermeldete das Land Tirol erneut einen Schafsriss im Gemeindegebiet von Lavant in Osttirol. Aufgrund der festgestellten Verletzungen bestehe der konkrete Verdacht auf Beteiligung eines Wolfes, hieß es seitens des Landes. Für die weitere Abklärung sollen Proben entnommen werden, die zur DNA-Analyse an das Forschungsinstitut für Wildtierkunde an der Veterinärmedizinischen Universität Wien geschickt werden. Die auf der Lavanter Schafalm weidende Schafherde wird vorsorglich abgetrieben. Bereits vergangene Woche waren tote Schafe im Bereich der von der Lavanter Schafalm zehn Kilometer entfernten Leisacher Kofelalm gemeldet worden. Die Ergebnisse der DNA-Analyse standen noch nicht fest. (apa)