Die steirische Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) plant eine eigene Corona-Ampel für die steirischen Pflegeheime und mobilen Pflege- und Betreuungsdienste. Das hat sie am Montag nach einem Sozial- und Pflegegipfel in Graz angekündigt. Seit Mai sei kein Covid-19-Fall mehr bei steirischen Heim-Bewohnern aufgetreten. Das soll auch so bleiben, man will alle Einrichtungen offen halten.

Der Grund für die eigene Ampel sei mitunter, dass die Steiermark sehr große Bezirk habe. Der Bezirk Liezen etwa ist der flächenmäßig größte Bezirk Österreichs und mit seinen mehr als 3,3 Millionen Quadratkilometern sogar größer als das gesamte Bundesland Vorarlberg. Die Details der zusätzlichen Ampel will die Landesrätin Mitte September bekanntgeben.

FPÖ kritisiert "Ampelchaos"

Soziallandesrätin Doris Kampus (SPÖ) indessen betonte in der Aussendung der Kommunikation Land Steiermark: "Alle sozialen Einrichtungen verfügen über Not- und Krisenpläne, diese Konzepte haben sich bereits bisher bewährt. Aus gemachten Erfahrungen haben wir gelernt und Abläufe, auch die Information betreffend, verbessert." Gemeinsam zeigten sich die Landesrätinnen zuversichtlich, dass mit den getroffenen Maßnahmen alle Einrichtungen auch in der fordernden Zeit im Herbst und Winter geöffnet bleiben können.

Kritik am "Ampelchaos" gab es seitens der FPÖ. Gesundheitssprecher Marco Triller stieß die Ankündigung der eigenen Corona-Ampel "sauer auf": "Nach den Ampeln für die steirischen Bezirke und das Schulwesen kann es nicht sein, dass die Landesregierung die heimische Bevölkerung mit noch mehr Farbenspielen weiter verwirrt." Das alles trage nicht zur Beruhigung der Steirer bei. Die Landesregierung schaffe damit "Ratlosigkeit und konterkariert jegliche groß angekündigte Vereinfachung des Systems". (apa)