Der Amteil von Kindern, für die Deutsch nicht die Muttersprache ist, in Österreich nimmt zu. 2018/19 gab es in den Schulen 26 Prozent der Kinder ohne Deutsch als Muttersprache, in Wien war es die Hälfte, also jedes zweite Schulkind. In den Kindergärten ist der Anteil größer. 2018/19 betrug die Gruppe der betreuten Kinder ohne Deutsch als Muttersprache bundesweit 33 Prozent, im Jahr 2019 waren es 25 Prozent gewesen. In Wien liegt der Anteil inzwischen bei 60 Prozent.

Diese Zahlen nannte die Vorsitzende des Integrations-Expertenrats, Katharina Pabel, am Dienstag bei der Präsentation des neuen, mittlerweile zehnten Integratikonsberichts gemeinsam mit Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP). Pabel erklärte, dass die Einführung des verpflichtenden Kindergartenjahres vor dem Schuleintritt einen "Fortschritt" gebracht habe bei der Integration der Kinder, ein zweites Kindergartenjahr könnte einen weiteren Fortschritt bringen.

Ministerin mit fünf Eckpunkten

Mit der Flüchtlingswelle 2015 sind nach Angaben der Integrationsministerin 120.000 Menschen nach Österreich gekommen. Raab nannte fünf Eckpunkte für eine verstärkte Integration von ausländischen Zuwanderern in Österreich. Den Frauen komme dabei eine Schlüsselrolle zu: Man müsse deren Rolle als "Integrationsmotoren" stärken. Außerdem wolle man einen rascheren Einstieg vor allem der Frauen auf dem Arbeitsmarkt erreichen. Denn von den weiblichen Flüchtlingen, die 2016 in Österreich waren , haben laut Raab nur elf Prozent am Arbeitsmarkt Fuß gefasst.

Zu den weiteren Eckpunkten der Integrationsministerin zählt, "die Identifikation mit der neuen Heimat" zu stärken. Es gelte, dass Migranten "mit dem Herzen auch in in Österreich ankommen", sagte sie. Weiters solle "das Ehrenamt als Säule der Integration" gefestigt werden. Migranten sollen demnach häufiger ehrenamtliche Tätigkeiten übernehmen. Schließlich müssten aus dem Ausland zugewanderten Eltern die "Rolle als Schlüssel für Bildung" mehr bewusst gemacht werden.