Fast jede Direktorin oder Direktor in Ostösterreich ist mit einem oder sogar mehreren Fällen konfrontiert: Lehrer müssen, wenn sie ein ärztliches Attest vorweisen, dass für sie der Unterricht wegen der Belastung durch die Corona-Situation nicht zumutbar ist, von der Anwesenheit in den Klassen befreit werden. Sie müssen aber, wie das Bildungsministerium der "Wiener Zeitung" bestätigt hat, für Heimunterricht zur Verfügung stehen. In den Schulen selbst stellt sich aber das Problem, in welcher Form diese Pädagogen ersetzt werden. In manchen Fällen wurde erst mit Schulbeginn am Montag in den Schulen bekannt, wer nicht für den Unterricht in den Klassen zur Verfügung steht.

Damit verbunden ist auch einige Unsicherheit, in welcher Form Ersatz für die ausgefallenen Lehrkräfte geschaffen werden kann. Zusätzliche Lehrkräfte sind für diesen Fall laut Auskunft des Bildungsminsteriums grundsätzlich einmal nicht vorgesehen. Die Schulen müssen demnach mit dem vorhandenen Lehrpersonal im neuen Schuljahr 2020/21 über die Runden kommen.

In vielen Fällen ist den Schulleitungen bereits vor Schulbeginn von Lehrerinnen und Lehrern mitgeteilt worden, dass sie gestützt auf ein ärztliches Attest, weil sie durch die Corona-Situation zusätzlich so belastet sind, nicht in den Klassen unterrichten müssen. Diese Pädagogen sollen dann, so das Bildungsressort, etwa den Heimunterricht für Schüler übernehmen, die coronabedingt ebenfalls nur Heimunterricht machen müssen. Für diese Lehrer handelt es sich aber definitiv um keinen Urlaub.

Zusätzliche Herausforderung bei verspäteter Information

Für die Schulleitungen macht das die Einteilung und Organisation des neuen Schujlahres deutlich schwieriger. Ist die Benachrichtigung durch den betroffenen Lehrer rechtzeitig vor dem Beginn des heurigen Schuljahres erfolgt, so müssen andere Lehrkräfte an der jeweiligen Schule dessen Stunden in den Klassen übernehmen - auch in Form von Mehrdienstleistungen, also Überstunden, die entsprechend abgegolten werden.

Wenn die Information der Schulleitungen erst jetzt zu Schulbeginn erfolgt ist, wie das offenkundig in mehreren Wienner Schulen der Fall war, oder passiert das im Laufe des Schuljahres, so besteht die Möglichkeit, dass bis zu zwei Wochen lang Supplierstunden gehalten werden. Dann besteht laut Bildungsministerium die Möglichkeit, die Lehrfächer neu aufzuteilen oder die Abhaltung der Stunden durch Mehrdienstleistungen, die abzugelten sind, zu organisieren.

Wenn der Lehrbetrieb dennoch nicht zu schaffen ist, so gibt es nach Auskunft des Bildungsministeriums noch eine letzte Variante. Die jeweilige Schulleitung muss sich dann an die Bildungsdirektion des zuständigen Bundeslandes wenden.