Der Betriebsrat des Arbeitsmarktservice (AMS) hat schon im August mit Kampfmaßnahmen wegen des Personalmangels gedroht. Nun ist die wegen des stark erhöhten Arbeitsanfalls durch die Corona-Krise verlangte Aufstockung der Mitarbeiterzahl unter Dach und Fach. Das Arbeitsmarktservice und damit die Arbeitsämter erhalten aufgrund der Corona-Jobkrise 350 neue Planstellen bis Ende 2023 auf befristeter Basis. Der für heuer geplante Abbau von weiteren 150 Planstellen wurde gestoppt. Das teilte Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) am Dienstag in einer Aussendung mit.

Das Arbeitsministerium und das Finanzministerium haben sich auf die Personalaufstockung beim Arbeitsmarktservice geeinigt. "Das zusätzliche Personal soll das AMS vor allem bei der Abwicklung der Kurzarbeit unterstützen", sagte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP). Rund 100 Personen der Buchhaltungsagentur des Bundes sollen dem AMS personell unter die Arme greifen. Ziel sei es, "dass das AMS bestmöglich arbeiten kann und auf einen möglichen Anstieg der Arbeitslosen- und Kurzarbeitszahlen im Herbst vorbereitet ist."

In 104 AMS-Stellen arbeiten knapp 6200 Mitarbeiter

Außerdem soll das AMS technisch modernisiert werden. Arbeitsministerin Aschbacher hat den AMS-Verwaltungsrat gebeten, die derzeitige EDV- und Prozessarchitektur des AMS zu evaluieren. Treffsicheres Matching und ausreichende technische Ausstattung seien zentrale Erfolgsfaktoren für die Arbeitslosenvermittlung.

Der AMS-Betriebsrat hatte in den vergangenen Wochen vehement auf mehr Personal gedrängt. Eine Urabstimmung über gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen läuft vom 17. August bis zum 11. September. Im Jahr 2019 beschäftigte das AMS in 104 regionalen Geschäftsstellen einschließlich sechs Zweigstellen rund 6181 Mitarbeiter (5540 Vollzeitäquivalente). (apa)