Die Ampel-Kommission hat am Montagabend nach stundenlanger Debatte die Empfehlung beschlossen, erstmals Bezirke auf Orange zu schalten. Davon betroffen sind Wien, Innsbruck-Stadt, Kufstein, Dornbirn, Bludenz, Mödling und Neunkirchen, hieß es seitens eines Kommissionsmitglieds zur APA.

Neben den Orange-Schaltungen wurden auch zahlreiche Bezirke auf Gelb hochgestuft. Stark betroffen ist dem Vernehmen nach Oberösterreich, wo nur das Innviertel mit Ried, Braunau und Schärding Grün bleiben. In Vorarlberg ist überhaupt kein Grün mehr zu sehen. Denn Bregenz und Feldkirch werden Gelb. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) sagte den "Vorarlberger Nachrichten", er akzeptiere dies nicht nur, sondern habe die Neu-Färbung sogar eingefordert.

Zur Stadt Graz kommen Graz-Umgebung und Deutschlandsberg im gelben Sektor. In Tirol gesellen sich zu Schwaz Landeck und Innsbruck-Land im gelben Bereich. Neu auf Gelb sind auch noch jede Menge niederösterreichische Bezirke: St. Pölten, Krems Stadt und Land, Baden, Bruck, Gänserndorf, Lilienfeld, Zwettl und Wiener Neustadt Land. Wiener Neustadt Stadt behält ebenso wie Korneuburg den Gelb-Status.

Faktisch vorerst kaum Änderungen

Die Welle an Orange- und Gelb-Schaltungen ist faktisch weniger dramatisch, als es im ersten Moment geklungen hat. Denn es werden großteils jene Maßnahmen, die ursprünglich für Orange vorgesehen waren, gar nicht umgesetzt. So wird sich an den Schulen und bei Veranstaltungen nichts gegenüber den zuletzt vereinbarten Verschärfungen ändern, erfuhr die APA.

Das heißt, man verzichtet beispielsweise sowohl auf eine weitere Besucher-Reduktion bei Events als auch auf die Möglichkeit zum Home-Schooling in der Oberstufe. Die Schaltungen sollen damit im Wesentlichen nur dazu dienen, die Aufmerksamkeit in aktuell von der Pandemie stärker betroffenen Regionen zu erhöhen. Appelliert wird etwa, entsprechende Sicherheitskonzepte in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen einzuhalten. Laut Bundestheater-Holding-Chef Christian Kircher wird die angekündigte Orange-Schaltung der Bundeshauptstadt Wien zunächst ohne Auswirkungen für die Vorstellungen der Bundestheater bleiben. Er habe die Information erhalten, dass die geltende Besucher-Obergrenze bei zugewiesenen Sitzplätzen von 1.500 sich vorerst nicht ändern werde, so Kircher am Montagabend zur APA.

Für die Gastronomie unangenehm ist, dass die Sperrstunde um eine Stunde auf Mitternacht vorverlegt werden dürfte.

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) hat sich mit der Orange-Färbung der Bundeshauptstadt auf der Corona-Ampel "einverstanden" gezeigt. Gleichzeitig berichtete er in der "ZiB2", dass nach ersten Informationen an den Schulen und bei Veranstaltungen keine Veränderungen an der Vorgangsweise vorgenommen würden. Vom Anstieg der Infektionszahlen zeigte er sich nicht überrascht: "Jetzt beginnt die Epidemie wieder ernst zu werden." Dass die Tests schneller werden müssen, sieht auch Hacker so: "Ich möchte nicht sagen, alles ist super, weil es nicht stimmt." Man arbeite aber schon an Verbesserungen. (apa)