Nach stundenlangem Warten stand es Dienstagmittag fest, wie es in Österreich in jenen Gebieten, darunter Wien, mit den Corona-Schutzmaßnahmen weitergeht, in denen die Ampelfarbe auf Orange umgestellt wird. In einer gemeinsamen Aussendung kündigten Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudi Anschober an, für den morgigen Mittwoch würden Bürgermeister und Bezirkshauptleute der betroffenen Städte und Regionen in das Bundeskanzleramt eingeladen.

In den Gebieten mit Orange gilt vor allem die schon seit Montag verordnete bundesweite Verschärfung des Mund-Nasen-Schutzes, aber auch eine Empfehlung zu erhöhten Vorsichtsmaßnahmen in Pensionistenheimen und Spitälern. Die türkis-grüne Bundesregierung wertete das Umschalten auf Orange als "Weckruf" für ganz Österreich zur Einhaltung der Corona-Maßnahmen. 764 neue Corona-Infektionen sind binnen 24 Stunden bis Dienstag bundesweit verzeichnet worden.

"Situation in einigen Teilen dramatisch"

Kurz stellte in der Aussendung fest: "Die Kommission hat nun mit ihrer neuerlichen Bewertung ein realistisches Bild über die aktuelle Corona-Lage in Österreich gezeichnet. Die Situation ist in einigen Teilen dramatisch und die Zahlen nehmen von Tag zu Tag zu. Nun geht es darum, dass wir aus dieser Bewertung die richtigen Schlüsse ziehen und gemeinsam mit den betroffenen Städten und Regionen die nächsten notwendigen Maßnahmen und Schritte erörtern."

Gesundheitsminister Anschober bekräftigte, die Corona-Ampel sei kein Zeugnis: "Das Ergebnis ist ein lauter Weckruf und intensiver Appell an die Bevölkerung, jetzt wieder in der Intensität und Breite mitzumachen, die uns Frühling so erfolgreich gemacht hat.." Die Lage sei jedenfalls "ernst".