Zehn Monate nach der Schlappe der SPÖ bei der steirischen Landtagswahl im November 2019 wird jetzt offiziell der Wechsel an der Spitze der roten Landespartei besiegelt. Bei einem Landesparteitag am Freitagabend wird Anton Lang, der bereits seit Dezember 2019 Vizelandeshauptmann in der verlängerten Koalition mit der ÖVP im Land ist, offiziell zum Vorsitzenden und Nachfolger des zurückgetretenen Michael Schickhofer gewählt. Bemerkenswerter über die Steiermark hinaus ist allerdings, dass erstmals eine rote Landespartei den Weg zu einer Direktwahl der Parteiführung durch die Mitglieder freigibt. Ein entsprechender Antrag des steirischen SPÖ-Vorstandes liegt den gut 400 Delegierten beim Landesparteitag zum Beschluss vor.

Der Antrag sieht vor, dass ab der nächsten Entscheidung über den SPÖ-Landesvorsitz in der Steiermark dies verpflichtend durch eine Urabstimmung der Mitglieder erfolgen soll. Für Wahlen auf Bezirks- oder Regionalebene wird die Direktwahl als Kann-Bestimmung eingeführt. Der Vorstoß in Richtung Urabstimmung kommt auch überraschend, weil der 60jährige Anton Lang nach dem Rücktritt von Schickhofer nicht unbedingt als Erneuerungssignal angesehen wurde. Lang war zuvor SPÖ-Landesrat und langjähriger Kommunalpolitiker in der roten Hochburg Leoben.

Auftritt von SPÖ-Chefin Rendi-Wagner

Der SPÖ-Landesparteitag war bereits für das Frühjahr geplant, musste aber nach dem Corona-Lockdown verschoben werden. Er findet nun am Freitag ab 17 Uhr in Langs engerer Heimat statt, in der Stadthalle im nahe gelegenen Trofaiach. Hauptgrund dafür ist die Corona-Situation. Der Arbeiterkammersaal in Leoben hätte im Umfeld nicht genug Platz für die SPÖ-Delegierten geboten. Fixpunkt am Landesparteitag ist neben der Wahl Langs und der Statutenänderung zur Einführung der Direktwahl des Landesvorsitzenden eine Rede von SPÖ-Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner.

Der neue steirische SPÖ-Landesparteivorsitzende ist auch um eine bewusstes Signal an die Jugend sowie zum Thema Umweltschutz bemüht. Der steirische Juso-Vorsitzende Felix Schmidt, der aus Trofaiach stammt, soll daher für die Sonderaufgabe Umwelt- und Klimaschutz in den Landesparteivorstand kooptiert werden, wie der "Wiener Zeitung" in der steirischen SPÖ-Landesparteizentrale erläutert wurde.