Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) übt im Zusammenhang mit dem Umgang bei potenziellen oder bestätigten Covid-19-Fällen an Schulen Kritik an den Gesundheitsbehörden: "Wir haben derzeit eine viel zu große Vielfalt im Agieren der Gesundheitsbehörden", meinte er am Mittwoch am Rande des Ministerrats vor Journalisten. Man sei hier vom Gesundheitsministerium abhängig.

Immer wieder werden recht skurrile Fälle im Umgang mit dem Coronavirus bekannt. Am Mittwoch berichtete etwa die Tiroler "Kronen Zeitung", dass in mehreren Tiroler Schulen Klassen nur zur Hälfte in Quarantäne seien, weil für jeden Schüler die Bezirkshauptmannschaft des Heimatortes zuständig ist und diese unterschiedlich entscheiden können.

Vor allem in Wien haben Eltern, Lehrer und Direktoren ihrem Ärger über das nicht funktionierende Krisenmanagement zur Bekämpfung einer Ausweitung der Coronafälle seit Schulbeginn Luft gemacht: Die Schulen fühlen sich von der Wiener Bildungsdirektion und dem Gesundheitsamt der Stadt Wien im Stich gelassen. Es dort bisweilen Tage, bis eine Klärung von Corona-Verdachtsfällen bei Schülern oder Lehrern erfolgt. Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ), die vor der Wiener Gemeinderatswahl stark unter Druck geraten ist, hofft nun auf eine Verbesserung durch die Umstellung auf Gurgltests für Schüler, weil die Tests rascher Ergebnisse liefern.

Forderung nach einheitlichen Entscheidungen

Faßmann zeigte sich am Mittwoch unzufrieden damit, wie unterschiedlich derzeit mit Verdachtsfällen oder engen Kontaktpersonen (K1-Personen) umgegangen wird. "Wir brauchen unzweifelhaft ein homogenes Entscheidungsverhalten unserer Gesundheitsbehörden." Auch wenn er Verständnis für föderale Vielfalt habe, brauche man hier "mehr Einheitlichkeit", forderte Faßmann. Er spreche immer wieder mit seinen Regierungskollegen und dem zuständigen Ministerium darüber, verwies Faßmann auf seinen Ministerkollegen Rudolf Anschober (Grüne). Selbst dürfe er hier nicht entscheiden, man sei vom Gesundheitsministerium abhängig. (red./apa)