Handelsbedienstete müssen Masken zum Schutz einer Ansteckung mit dem Coronavirus ebenso bei der Arbeit tragen wie Kellner und Mitarbeiter in Lokalen. Nachdem sich die Gewerkschaft mit ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian an der Spitze bei Wirtschaftsvertretern eine Abfuhr geholt hat, hat die SPÖ im Hohen Haus die Initiative für die Einführung von Masken-Pausen für Beschäftigte ergriffen. Der Antrag der größten Oppositionspartei, der im parlamentarischen Sozialausschuss eingebracht wurde, sieht die Umsetzung ab 1. November vor.

Gemäß dem SPÖ-Antrag soll bei Arbeiten, bei denen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wegen der Corona-Gefahr vorgeschrieben ist, nach jeweils zwei Stunden eine Kurzpause von 15 Minuten gewährt werden. Diese Zeiten dürften nicht auf die regulären Ruhepausen angerechnet werden. Lassen Arbeiten, die nicht unterbrochen werden können, keine Kurzpausen zu, so muss laut dem SPÖ-Vorhaben danach eine ununterbrochene Pause von zumindest einer halben Stunde gewährt werden. Davon sollen nach dem SPÖ-Plan sowohl Beschäftigte in der Privatwirtschaft als auch Beamte und Lehrer im öffentlichen Dienst profitieren.

Wirtschaft gegen gesetzliche Regelung

Die Gewerkschaft wird die 15-Minuten-Pause beim Tragen von Corona-Schutzmasken auch bei den Kollektivvertragsverhandlungen über Lohnerhöhungen im Herbst zum Thema machen.

Von Seiten der Wirtschaftskammer sieht man keine Notwendigkeit für eine gesetzliche Regelung, mit der außerdem in Kompetenzen der Sozialpartner, der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen im Arbeitsmarktsektor eingegriffen wird. Außerdem wird von Wirtschaftsseite geltend gemacht, dass es teils bereits Lösungen auf betrieblicher Ebene für diese Frage gebe.

Die SPÖ argumentiert in ihrem Antrag, wer den Mund-Nasen-Schutz über Stunden tragen müssen, "fühlt sich nicht wohl und kann gesundheitlichen Schaden nehmen". Die Probleme würden sich bei harter körperlicher Arbeit im Handel oder in Pflegeberufen verschärfen. Die SPÖ erinnert in der Begründung auch daran, dass jene Beschäftigten, die während der Corona-Einschränkungen heuer im Frühjahr als "Corona-Heldinnen und -Helden beklatscht" worden seien, jetzt "endlich eine Erleichterung" bräuchten.