Im Konflikt zwischen der Belegschaftsvertretung von Postbus und dem Unternehmen um Dienstpläne sind am Mittwoch in Niederösterreich erneut Betriebsversammlungen auf dem Programm gestanden. Betroffen waren nach Hollabrunn im September diesmal die Regionen Krems und St. Pölten. Während Zentralbetriebsrat Robert Wurm weitere Maßnahmen ins Auge fasste, sah ÖBB-Sprecher Christopher Seif "die Argumente auf unserer Seite".

Die Betriebsversammlung in Krems fand von 8.30 Uhr bis 10.30 Uhr statt. Nach Angaben von Wurm waren rund 60 Personen anwesend. Eine ähnliche Resonanz erwartete der Zentralbetriebsrat auch von 13.00 bis 15.00 Uhr in St. Pölten. Als Anlass für die Versammlungen wurden Dienste von bis zu 16 Stunden für Lenker genannt. Bereits im September war in einer Aussendung von "gemeingefährlichen Arbeitstagen", die der Vorstand beim Postbus seit Schulbeginn durchgedrückt habe, die Rede.

Betriebsrat: "Das ist alles nur die Vorstufe"

"Selbstverständlich" seien Betriebsversammlungen an den Dienststellen in der kompletten Ostregion in Planung, "wenn das Unternehmen nicht einlenkt", sagte Wurm zur APA. Das alles sei "nur die Vorstufe": "Wenn es wieder nichts hilft, dann muss man sich etwas Anderes einfallen lassen." Streiks schloss Wurm allerdings angesichts der Corona-Pandemie aus.

ÖBB-Sprecher Seif verwies darauf, dass die Dienstpläne im Vorfeld mit den Betriebsräten abgesprochen worden seien. "Es liegt kein Alleingang vor." Die kritisierten Dienste gebe es alle zwei Wochen bzw. zweimal im Monat. Die betroffenen Lenker hätten sich freiwillig dafür gemeldet. Wie auch der ORF Niederösterreich berichtete, verwies Seif zudem auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs (OGH), das diese Form der Dienstzeit bei einem anderen Unternehmen als rechtens eingestuft habe. (apa)