Welche Gründe sind dafür verantwortlich, dass Menschen gerade nach Österreich migrieren und nicht nach Deutschland oder Schweden? Zielstaaten und wie diese Entscheidungen von Migranten gefällt werden - dies ist ein noch relativ unerforschtes Themenfeld. Diese Forschungslücke soll nun gefüllt werden. Das Innenministerium hat das Projekt "Zielland Österreich" in Auftrag gegeben. Um die Beweggründe der Menschen und die Migration in seiner Gesamtheit besser verstehen zu können, sollen Faktoren und Mechanismen, speziell in Bezug auf Österreich, beleuchtet werden.

Diverse Fragen wie etwa "Wer trifft die Migrations- bzw. Zielstaaten-Entscheidung?", "Welche Faktoren sind relevant für den Verbleib vor Ort bzw. in der Region?" oder "Welche -Rolle spielen beispielsweise soziale Netzwerke, staatliche Unterstützungsleistungen, Bildung, Beschäftigung, Kommunikationskanäle oder auch Schlepper?" sollen im Rahmen der Studie beantwortet werden.

Als Ziel gilt es, "treffsichere und zielgruppenorientierte Maßnahmen" für "nachhaltige Perspektiven vor Ort zu schaffen". Das Projekt "Zielland Österreich" sei das erste Forschungsvorhaben dieser Form für Österreich, erklärte der Generalsekretär im Innenministerium, Helmut Tomac beim Kick-Off. "Der Fokus der Untersuchung liegt auf den Herkunftsländern Afghanistan, Irak, Syrien und Nigeria, wobei der Kreis der Länder durchaus auch ausgeweitet werden kann."

Das Projekt, das vordergründig aus qualitativen und quantitativen Befragungen von Zielgruppen bestehen soll, läuft bis Ende 2022 und soll Grundlagen für das Innenministerium zur "gezielten Steuerung im Migrations- und Asylbereich" liefern.