Die Grünen haben sich gegen einen von der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida vorgeschlagenen 1.000-Euro-Gutschein für Urlaube und Gastronomie ausgesprochen. "Meine Hauptkritik an der Idee ist, dass Gutscheine nicht sozial treffsicher sind", sagte die Tourismussprecherin der Grünen, Barbara Neßler, im Ö1-"Mittagsjournal" des ORF-Radio am Dienstag. Außerdem sei ein österreichweiter Gutschein "wahnsinnig teuer" und würde "regional sehr unterschiedlich wirken".

Der von der Coronapandemie stark betroffene Städtetourismus würde relativ wenig profitieren, so die Grüne-Tourismussprecherin. Aufgrund der Entwicklung der Coronakrise erwartet Neßler, dass es einen Fixkostenzuschuss Phase 3 für Unternehmen auch im nächsten Jahr geben muss. Auch im Finanzministerium ist ein Gutschein für Urlaube und Gastronomie kein Thema. Aktuell gebe es keine Überlegungen, solche Gutscheine einzuführen, hieß es aus dem Ministerium gegenüber Ö1. Ob Gutscheine angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen "der beste Weg" für die Betriebe sein, will das Ministerium "nicht bewerten". Um den Unternehmen in der Coronakrise unter die Arme zu greifen, setzte die türkis-grüne Regierung bisher auf Rettungsschirme und branchenspezifische Hilfsfonds.

Der Chef der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida, Roman Hebenstreit, hatte gestern mit seiner Idee eines Österreich-Gutscheins für alle aufhorchen lassen. Vorbild ist der Wiener Gastro-Gutschein. Ziel des Gutscheines sei es Tourismus und die Wirtschaft anzukurbeln. Zuvor hatte sich bereits der Vorsitzende der Österreichischen Hoteliervereinigung in Tirol, Manfred Furtner, und Tirols Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl für einen Urlaubsbonus für Einheimische ausgesprochen, um den Wintertourismus anzukurbeln. Laut der Hoteliervereinigung sollte ein österreichweiter Bonus nach dem Vorbild des burgenländischen Urlaubsbonus und des Handwerkerbonus umgesetzt werden. (apa)