Wenige Stunden nach dem Inkrafttreten der Quarantäne gibt es Lob für die Kuchler und die Salzburger Bevölkerung "für die Zusammenarbeit und das Mittragen der verordneten Maßnahmen", hieß es am Samstag in einer Aussendung der Polizei. Seit Mitternacht gibt es in der Tennengauer Gemeinde vier Kontrollstellen, elf weitere Zu- und Abfahrtsmöglichkeiten wurden technisch gesperrt. Die Quarantäne gilt bis 1. November.

Die B159 wird im Bereich der Tauglmauth und an der Ortsgrenze Kuchl-Golling kontrolliert, an der L120 gibt es eine Kontrollstelle beim Lunzenweg und eine weitere bei der Autobahnauffahrt zur A10. An den anderen Straßen sowie an der Bahnstation werden verstärkte Streifendienste durchgeführt. Die Kontrollen würden friktionsfrei verlaufen, teilte die Polizei mit. Es gab keine Strafen. Vereinzelt wurden noch nicht informierte Personen über die Quarantänebestimmungen aufgeklärt. Die Polizei appelliert, den Quarantänebereich Kuchl möglichst zu umfahren oder auf alternative Verkehrsmittel auszuweichen, um längere Wartezeiten an den Kontrollstellen zu verhindern.

1.747 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden sind bis Samstag (9.30 Uhr) in Österreich gemeldet worden, ein neuer Höchstwert. Das geht aus dem Update von Innen- und Gesundheitsministerium hervor.

Unmut in Wien und Niederösterreich

Die zuvor von einigen Medien berichteten außerordentlich hohen Infektionszahlen - vor allem Wien betreffend - sorgten für Unmut im Wiener Rathaus. Selbst wenn man sich die Rohdaten mit Doppelnennungen ansehe, komme man nicht auf die kolportierte Zahl, betonte ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) gegenüber der APA. Wer die Daten weitergegeben hat, darüber gab es im Rathaus lediglich Spekulationen, über die man sich aber nicht äußern wollte. Via Twitter beklagte der Hacker-Sprecher, dass Journalistinnen und Journalisten "schlicht belogen" worden seien. "Das ist schlechter Stil", kritisierte er. Zum Zeitpunkt, als die Zahlen kolportiert wurden, habe Wien noch keine Daten an eine Bundesstelle eingemeldet, versicherte der Sprecher.

Verstimmung auch in Niederösterreich: Der Sanitätsstab des Landes meldete am Samstag 225 Neuinfektionen, in den geleakten Rohdaten wurden 411 angegeben. Der extreme Unterschied in der Darstellung der Zahlen sei ein "Ärgernis, das zur Verunsicherung der Bevölkerung beiträgt", sagte der Sprecher von Königsberger-Ludwig zur APA.

Von den Neuinfektionen seit Freitag in Niederösterreich würde sich der Großteil auf kleinere Cluster in Familien aufteilen, hieß es aus dem Büro der Gesundheitslandesrätin. 31 neue Fälle hätten Bezug zum Schulwesen. Neuinfektionen gab es auch in drei Clustern in Pflegeheimen. In Wiener Neustadt war am Freitagabend eine nicht angemeldete Hochzeitsfeier mit rund 120 Gästen durch Magistrat und Polizei aufgelöst worden, bestätigte die Polizei am Samstag.

Kontrollen der Corona-Sperrstunde

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) kündigte die Fortsetzung der österreichweiten Kontrollen der Corona-Sperrstunde am Wochenende in der Gastronomie an. In der Nacht auf Samstag wurden bei 3.107 Überprüfungen von Lokalen und Veranstaltungsstätten 41 Anzeigen erstattet. 973 Polizistinnen und Polizisten sowie sechs Mitarbeiter von Bezirksverwaltungsbehörden waren im Einsatz. Zwei Schwerpunktaktionen erfolgten in Zusammenarbeit mit Gesundheitsbehörden. (apa)