Ab Samstag stehen an den Schulen die ersten bundesweiten Herbstferien auf dem Programm. Für diese wurde rund um den Nationalfeiertag (26. Oktober) beziehungsweise Allerheiligen/Allerseelen (1./2. November) per Gesetz die Zeit zwischen 27. und 31. Oktober freigegeben. Zum Ausgleich wurden die schulfreien Dienstage nach Ostern und Pfingsten sowie schulautonome Tage gestrichen.

Die genaue Länge der Herbstferien ist - ähnlich wie die der Weihnachtsferien - variabel, da der Start mit dem (ohnehin schulfreien) Nationalfeiertag beziehungsweise das Ende mit dem (ebenfalls schulfreien) Allerseelen jedes Jahr auf einen anderen Wochentag fällt. Je nachdem ist dann ein davorliegendes oder darauffolgendes Wochenende auch frei.

Für die heurige Premiere heißt das: Da der 26. Oktober auf einen Montag fällt, beginnen die Ferien bereits am Samstag davor und dauern bis 2. November, ebenfalls ein Montag. Freigegeben werden müssen daher vier Tage (27. bis 30. Oktober). Das bedeutet, dass an den beiden Dienstagen nach Ostern (6. April 2021) und Pfingsten (25. Mai 2021) unterrichtet wird sowie zwei "schulautonome" Tage wegfallen. Derzeit gibt es an den Pflichtschulen insgesamt vier und an den höheren Schulen fünf solcher Tage.

Langjähriger Streit durch Vereinheitlichung beendet

Bisher hatte nur Vorarlberg eine solche einheitliche Regelung. In anderen Bundesländern konnten Herbstferien künstlich durch die Vergabe schulautonomer Tage geschaffen werden. Das haben manche Schulen gemacht, andere nicht - und genau das war auch der Grund für die Neuregelung: Durch die unterschiedliche Vorgehensweise kam es häufig vor, dass Eltern mit Kindern an mehreren Schulen mit Betreuungsproblemen zu kämpfen hatten: Sie mussten sich für das eine Kind die Tage um Nationalfeiertag und Allerheiligen freinehmen und für das andere jene Zwickeltage, die dessen Schule stattdessen schulautonom freigegeben hatte.

Ansonsten wurde mit der Neuregelung der langjährige Streit zwischen Befürwortern und Gegnern einheitlicher Herbstferien beendet: Die einen führten ins Treffen, dass die Schüler zwischen Schulbeginn und Weihnachtsferien dringend eine längere Erholungspause brauchten. Die anderen hielten eine solche genau deshalb für kontraproduktiv, weil die Schüler so aus dem Lernrhythmus gerissen würden. Heuer kommt unvorhergesehen als Pro-Argument auch noch grundsätzlich die Einschränkung von Sozialkontakten in der Corona-Pandemie dazu.

Ausnahmen vor allem für BMS und BHS gedacht

Für die Herbstferien gibt es aber eine Ausnahmeregelung: So kann "aus zwingenden schulorganisatorischen oder im öffentlichen Interesse gelegenen Gründen" die Bildungsdirektion eines Bundeslands für einzelne Schulen oder Schularten einen Entfall festlegen - das wurde in manchen Ländern auch in Anspruch genommen.

Gedacht hat man dabei vor allem an BMS und BHS beziehungsweise an deren im Lehrplan vorgeschriebene Pflichtpraktika. Entfallen für diese Schüler die Herbstferien, haben sie stattdessen dann an den Dienstagen nach Ostern und Pfingsten frei beziehungsweise bekommen sie die gestrichenen schulautonomen Tage zurück.(apa)