Ingesamt 474 Patienten wurden am Montag auf Intensivstationen von Spitälern wegen einer Corona-Erkrankung behandelt werden. Das waren um 15 mehr als am Sonntag. Die näherrückenden Kapazitätsgrenzen in Intensivstationen bereiten von Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) abwärts den Corona-Krisenstäben und Gesundheitsverantwortlichen zunehmend Sorge. In den Bundesländern werden alle Möglichkeiten für die Intensivmedizin bereitgestellt.

Bundesweit wurden am Montag binnen 24 Stunden 5593 Neuinfektioen gezählt, Oberösterreich lag im Bundesländervergleich erneut deutlich an der Spitze. Die Zahlen auf den Intensivstationen zeigen, wie dramatisch sich die Lage in Oberösterreich mittlerweile entwickelt: Stand Montagmittag lagen 740 Covid-19-Patienten auf Normalstationen in den Spitälern, 98 auf Intensivstationen. Bisher waren aber nur 100 Intensivplätze für Coronafälle freigehalten worden. Nun stockt das Land jedoch auf. Laut Krisenstab stehen ab dieser Woche 300 Intensiv- und Beatmungsplätze zur Verfügung, wovon 150 für Corona-Patienten vorgesehen sind.

Erfahrungsberichte von Betroffenen lassen darauf schließen, dass es am Wochenende in einzelnen Spitälern bereits eng gewesen sei. Vom Land hieß es, man gebe keine Detailinfos zu einzelnen Krankenhaus-Standorten, da sich die Zahlen rasch ändern würden und die Entwicklung dynamisch sei. Das Management und die Zuteilung von Intensiv- und Beatmungsplätzen erfolge trägerübergreifend, um so auf regionale Gegebenheiten reagieren zu können. Man habe eine oberösterreichweite Sicht auf die freien bzw. belegten Plätze. Sollte es kurzfristig zu Einschränkungen kommen, gebe es natürliche eine Kommunikation mit dem Rettungsdienst. Ausweichquartiere sind nach wie vor in Prüfung.

106 frei Intensivbetten in Niederösterreich

In niederösterreichischen Spitälern sind am Montag noch 106 freie Intensivbetten für Coronavirus-Patienten gemeldet worden. Zusätzlich zählte die Landessanitätsdirektion 1.887 verfügbare Normalbetten in den Krankenhäusern. "Mit dem rapiden Ansteigen der Infektionszahlen steigt auch die Zahl der mit Covid-19-Patientinnen und Patienten belegten Normal- und Intensivbetten dramatisch an", erklärte Vizelandeshauptmann Stephan Pernkopf (ÖVP).

Die Covid-Auslastung betreffe somit derzeit 17,3 Prozent der Normalbetten und 35 Prozent der Intensivbetten. Von den 11.976 aktuell als an Covid-19 erkrankt geltenden Menschen im Bundesland wurden 395 auf Normalstationen von Kliniken behandelt, 57 weitere intensivmedizinisch. Pernkopf rief abermals dazu auf, sich an die verordneten Maßnahmen zu halten - nur so könne eine "Trendwende bei den Infektionen" erreicht werden. "Dabei habe ich absolut kein Verständnis für Corona-Leugner, wir haben es mit einer schweren Krankheit zu tun", unterstrich er. Man müsse "die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen".

Kärnten verschiebt andere Eingriffe

Die Kärntner Spitäler werden aufgrund der weiter ansteigenden Hospitalisierungen von Covid-19-Patienten nun auf Stufe 3 - die höchste Stufe im Kapazitätenplan - gestellt. Die maximale Anzahl von Normalbetten wird frei gemacht. Das gab Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) vor Journalisten bekannt. Das bedeutet, dass Eingriffe soweit wie möglich verschoben werden, auch mit Privatkrankenhäusern gab es Gespräche. Für die Intensivstationen gilt der Stufenplan nicht.

Der zuständige Primar Rudolf Likar sagte am Montag zur APA, dass aktuell drei bis vier Betten für weitere Corona-Patienten frei seien. Kaiser spricht sich dafür aus, weitere Normalbetten für Corona-Kranke in Reha-Einrichtungen vorzubereiten. Der SPÖ-Politiker rechnet damit, dass der Bedarf weiter steigt, weil befürchtet wird, dass die Maßnahmen nicht ausreichend wirken. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir mit den Maßnahmen nicht den erwünschten Erfolg haben." Bei den diskutierten Schulschließungen sprach sich Kaiser dafür aus, zumindest die Volksschulen jedenfalls offen zu halten.

In Tirol noch Kapazitäten frei

In Tirol sind die Intensivkapazitäten vorerst noch nicht an der Überlastungsgrenze angelangt. Im ganzen Land würden insgesamt rund 200 Intensivbetten für alle Patienten zur Verfügung stehen. 136 waren belegt, davon wiederum 56 mit Covid-Patienten, teilte das Land  auf APA-Anfrage mit. Auch an der Innsbrucker Klinik, der größten Krankenanstalt in Tirol, sah man keine Kapazitätsprobleme in Bezug auf Betten und Beatmungsgeräte.

In der Krages (Burgenländische Krankenanstalten Ges.m.b.H.) zeigte man sich am Montag zuversichtlich, dass die zur Behandlung von Covid-Patienten benötigten Kapazitäten ausreichen. Sieben von 24 Intensiv-Betten waren mit Covid-Patienten belegt, dazu kamen 56 Patienten auf Normalstationen, sagte ein Krages-Sprecher auf APA-Anfrage. (ett/apa)