Am Freitag gab es nach wie vor Datenprobleme bei der Einmeldung von Infektionen in das Epidemiologische Meldesystem (EMS). Es kommt daher zu nachträglichen Korrekturen und Ergänzungen, die eine epidemiologische Überwachung in Echtzeit derzeit kaum ermöglichen. Das Innenministerium meldete einen erneuten Tageshöchstwert von 9.586 neuen Infizierten. Wie viele Nachmeldungen darunter sind, ist aber unklar. Tags zuvor waren 9.262 Fälle vermeldet worden.

Die Ages, die das Dashboard betreibt, berichtete am Freitag über eine ähnlich hohe Fallzahl. In diesen Daten sind aber ausschließlich Fälle enthalten, die im EMS enthalten sind, sie werden quasi in Handarbeit dann den jeweiligen Befundtagen zugeordnet. Dadurch ergibt sich ein epidemiologisch präziseres Bild, durch nachträgliche Korrekturen jedoch mit Verzögerung.

Für den Vortag, also den Donnerstag, meldete die Gesundheitsagentur Ages zwar "nur" 7.591 neue Infektionen, allerdings teilten zusätzlich immerhin 1.366 Meldungen auf vorangegangene Tage auf, allein fast 700 wurden nachträglich für Mittwoch berichtigt. Insgesamt trug die Ages daher 8.957 Fälle ins Dashboard ein.

Auch in den kommenden Tagen sind Nachmeldungen zu erwarten, da das System des EMS noch technisch gewartet wird. Dass für Donnerstag nachträglich der Höchstwert von Mittwoch (9.163) erreicht wird, ist jedoch unwahrscheinlich. Dass bedeutet jedoch nicht, dass eine Trendwende bereits erreicht wäre. Gewisse Tagesschwankungen sind normal, der 7-Tages-Durchschnitt ist noch nicht rückläufig.

Am 3. November waren umfassende Kontaktbeschränkungen in Kraft getreten, diese sollten sich am Wochenende oder Anfang kommender Woche in den Infektionszahlen niederschlagen. Die Hoffnung, dass sie einige Tage früher wirksam sind - im März hatte es nur zehn Tage gedauert -, erfüllten sich jedenfalls nicht.