Für die "Stopp Corona"-App des Roten Kreuzes warb am Montag Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Er appellierte an die Bevölkerung, die Anwendung auf dem Handy zu installieren. Damit werde das Kontaktmanagement deutlich erleichtert, sagte Anschober.

Mit der Anwendung, "die wir heute gemeinsam downloaden sollten", könne "jeder einen Beitrag leisten", sagte er. Das Gesundheitsministerium habe "knapp eine Million Euro an Gesamtförderung für den weiteren Betrieb und die Weiterentwicklung der App" investiert. Die Anwendung bleibe auch weiterhin freiwillig. "Das ist der Grundkonsens in der Bundesregierung", hielt Anschober fest.

Neben dem Gesundheitsminister warben auch Thomas Szekeres, Präsident der österreichischen Ärztekammer, und Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes, für die die App. Damit könne jeder einen Beitrag im Kampf gegen das Coronavirus und die Überlastung des Gesundheitssystems leisten.

Rote und gelbe Warnungen

1,2 Millionen Mal wurde die Anwendung bisher heruntergeladen. Wird jemand positiv auf Sars-CoV-2 getestet, kann über die App eine rote Warnung an die Kontakte der vergangenen Tage versendet werden.

Bis heute wurden laut Foitik 2.500 rote Warnungen versendet. Dazu kamen 3.058 gelbe Warnungen von Personen, bei denen der Verdacht einer Infektion besteht, das Testergebnis aber noch nicht vorliegt. Bei diesen Fällen gab es auch 1.200 Entwarnungen. Die Geschwindigkeit der Anwendung bei der Kontaktverfolgung sei unschlagbar, sagte Foitik. "Praktisch in Echtzeit können die Kontakte der letzten zwei, drei Tage informiert werden", betonte er. Damit können "Infektionsketten unterbrochen werden". Durch jeweils zwei Benutzer würde eine Neuinfektion vermieden werden.

Gemeinsames EU-Projekt

Die App sei sehr benutzerfreundlich, sagte Foitik. Sie müsse lediglich runtergeladen und einmal aktiviert werden und laufe dann im Hintergrund. Österreich werde auch an einem Gemeinschaftsprojekt der EU teilnehmen, kündigte Foitik an. Ab 14. Dezember werde die heimische Anwendung mit den Apps anderer EU-Teilnehmerstaaten zusammenarbeiten. Dadurch können Warnungen auch grenzüberschreitend weitergeleitet werden.

Auch Szekeres sieht in der App eine wesentliche Hilfe bei der Unterbrechung der Infektionsketten. Man könne tagelang infektiös sein, ohne dass man etwas merke, so der Präsident der Ärztekammer. Die App sei eine große Hilfe. Im Falle einer Infektion könne die Anwendung die Kontaktpersonen des Infizierten schnell erreichen. Praktisch jeder habe ein Handy und könne sich dieser "elektronischen Hilfe bedienen".

Außerdem appellierte Szekeres an die Bevölkerung, Kontrolluntersuchungen einzuhalten. Wer krank ist, müsse auch behandelt werden: "Spitäler und Ordinationen sind geöffnet." Am besten sei es, bei Symptomen einen Arzt vor dem Besuch der Ordination anzurufen. Szekeres erinnerte auch an die Sicherheitsmaßnahmen Lüften, Abstand halten und Handhygiene.(apa/red)