Der Bund übernimmt die Kosten für die im Rahmen des 2019 beschlossenen Gewaltschutzpakets eingeführten Kurse für Gewalttäter. Außerdem werden die Stunden von drei auf sechs aufgestockt, gab die Frauensprecherin der Grünen, Meri Disoski, am Montag in einer Aussendung bekannt. Im Nationalrat beschlossen werden soll diese Neuerung noch im Dezember.

Das ursprüngliche Konzept der sogenannten Gewaltpräventionszentren habe vorgesehen, dass Täter Gewaltpräventionstraining im Ausmaß von drei Stunden absolvieren und die gesamten Kosten dafür selbst tragen müssen. Für einkommensschwächere Familien stelle das eine Belastung des Familienbudgets dar, die sich negativ auf Opfer von Gewalt auswirken kann, erinnerte Disoski am Montag an damals hervorgebrachte Kritik. Drei Beratungsstunden seien damals von Experten außerdem als unzureichend erachtet worden, um Verhaltens- und Einstellungsänderungen bei Gewalttätern bewirken zu können.

Evaluierung nach einem Jahr

Die Grünen hätten nun "substanzielle Verbesserungen" mit dem Koalitionspartner ÖVP verhandeln können, sagte die Frauensprecherin. Die Regierungsparteien verständigten sich demnach darauf, die Zahl der Beratungsstunden von drei auf sechs zu verdoppeln. "Zudem übernimmt der Bund die gesamten Kosten für die Gespräche. Nach einem Jahr wird die Arbeit der ,Beratungsstellen für Gewaltprävention', wie die 'Gewaltpräventionszentren' fortan heißen, evaluiert", so Disoski.

Am Freitag wurde ein entsprechender Initiativantrag im Nationalrat eingebracht und dem Innenausschuss zugewiesen, hieß es auf APA-Nachfrage aus dem Grünen Parlamentsklub. Der Beschluss im Plenum ist im Dezember vorgesehen. (apa)