Der Beginn des Impfprogramms gegen das Corona-Virus rückt immer näher. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) kündigte die ersten Impfungen für Jänner an, doch noch sind die Zulassungsverfahren der ersten Kandidaten im Laufen. Laut der Medizinerin Maria Paulke-Korinek, der Abteilungsleiterin für das Impfwesen im Ministerium, ist auch noch nicht gewiss, wann die Zulassungen erteilt werden.

Dass es schon im Jänner die ersten Impfungen in Österreich geben wird, ist aber plausibel, da drei Vakzine schon recht kurz vor der Zulassung stehen, nämlich die beiden Messenger-RNA-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna sowie der Vektorenimpfstoff von AstraZeneca. Bei insgesamt sieben Herstellern hat die EU gemeinsam geordert um 2,7 Milliarden Euro, Österreich hat sich 16 Millionen Impfdosen gesichert und im Budget 200 Millionen Euro dafür eingestellt, also 12,5 Euro pro Impfdosis. Für eine Grundimmunisierung sind zwei Impfungen nötig.

"Wir wollen eine hohe Impfquote erreichen, auf jeden Fall 50 Prozent plus X", sagte Anschober, und er ergänzte: "Ein großes X, je größer desto besser." Damit soll eine schrittweise Risikoreduktion erreicht werden, sagte der Minister. Es wird jedoch ein Prozess sein, denn anfangs wird es nur wenige Dosen geben. Der Koordinator des Impfplans im Ministerium, Clemens Martin Auer, sprach "im Idealfall" von einer Million Dosen bis Februar. Damit könnte eine halbe Million Menschen geimpft werden. "Wir müssen deshalb priorisieren", so Auer.

Start in den Pflegeheimen

Zu Beginn soll der Pflegebereich mit Impfungen ausgestattet werden, das sind etwa 150.000 Personen, Gepflegte und Personal. Dazu kommt dann noch der gesamte Gesundheitssektor. Ebenfalls rasch will man Beschäftigte testen, die für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens wichtig sind, etwa Pädagogen, Polizistinnen oder Justizpersonal. Ein  wichtiger Aspekt ist die Wirksamkeit bei alten Personen. Bei Influenza ist diese zum Beispiel nicht sehr groß. Zumindest Pfizer hat angegeben, dass ihr Impfstoff auch bei älteren Personen gut wirkt. Es ist eine Frage, mit der sich auch die Zulassungsbehörde befasst.

"Erst danach wird es in der Breite gehen", sagte Auer, der als Zeitraum dafür dann das dritte Quartal nannte. "Wichtigste Kooperationspartner sind die Gemeinden und große Dienststellen", so Auer. In großen Betrieben sowie in den Gemeinden sollen Impfstraßen installiert werden. (sir)