In Oberösterreichs Alten- und Pflegeheimen gilt seit dem 10. November ein Besuchsverbot mit Ausnahmeregelungen zum besseren Schutz vor Corona-Infektionen. Die entsprechende Verordnung gilt bis zum Ende des Lockdowns am Sonntag, 6. Dezember. Tags darauf ist dann eine eingeschränkte Besuchsmöglichkeit geplant. Über Antrag von Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) wurden in der Landesregierung zusätzlich Mittel locker gemacht, um befristet bis 28. Februar kommenden Jahres zur Unterstützung mehr Personal einstellen zu können.

Wie sensibel und kritisch die Corona-Situation gerade in Pflegeheimen ist, hat sich zuletzt in der Steiermark drastisch gezeigt. In einem Pflegeheim in St. Lorzenzen im Mürztal muss das Bundesheer einen Notbetrieb aufrecht erhalten, nachdem 90 Prozent der 40 Heimbewohner und 75 Prozent des Personals mit dem Coronavirus infiziert sind.

Sie sei sich bewusst, dass ein Besuchsverbot eine "sehr harte Maßnahme" sei, betont Gerstorfer. Gleichzeitig habe man aber damit in Oberösterreichs Senioren- und Pflegeheimen die Corona-Lage stabilisieren können. Die Lage bleibe aber "angespannt und sehr ernst".

Eine Arbeitskraft mehr bei 60 Heimbewohnern

Um ab 7. Dezember eine kontrollierte Besuchsmöglichkeit unter Einhaltung größtmöglicher Schutzvorkehrungen zu ermöglichen, wurde am Montagnachmittag in der Sitzung der Landesregierung ein Betrag bis zu 2,7 Millionen Euro für die Anstellung von zusätzlichen Hilfskräften in den Heimen bereitgestellt. Dieses Hilfspersonal wird in Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice, dessen Oberösterreich-Chefin Gerstorfer vor der Übernahme des SPÖ-Landesvorsitzes 2016 war, und dem Verein zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung gezielt angeworben. Die Einstellung der Hilfskräfte ist von 7. Dezember befristet bis 28. Februar 2021 vorgesehen.

Pflegeheime mit bis zu 60 Betten wird eine zusätzliche Personaleinheit finanziert. Die neuen Arbeitskräfte sollen zwei Hauptaufgaben übernehmen: einerseits die Unterstützung bei den kontrollierten Besuchen in den Heimen und andererseits weitere nicht-pflegerische Tätigkeiten. Die Soziallandesrätin freut sich, dass sie damit auch einen Beitrag zur Reduktion der Corona-bedingt hohen Arbeitslosenrate leisten kann. (ett)