Die Sorge vor der Ansteckung vor allem älterer Menschen mit dem Coronavirus hat weitere Aktivitäten von ÖVP und Grünen zur Folge. Zum besseren Schutz vor Ansteckungen werden alle Menschen ab dem 65. Lebensjahr in Österreich mit den besonders sicheren FFP2-Masken ausgestattet. Zehn Stück für jeden werden angeschafft. Das hat die türkis-grüne Bundesregierung am Dienstag angekündigt.

Steigendes Lebensalter ist einer der wesentlichsten Risikofaktoren für einen schweren Verlauf beziehuungsweise sogar den tödlichen Ausgang einer Corona-Erkrankung. Dies wurde mittlerweile durch zahlreiche Studien weltweit bestätigt. Die Sterblichkeit steigt umso stärker, je höher das Lebensalter ist, wobei die Altersgruppe ab einem Alter von 65 Jahren besonders betroffen ist. Zwischen 75 und 84 Jahren liegt die Covid-19-Mortalität in Österreich bei den männlichen Erkrankten bei 8,2 Prozent, bei den Frauen circa bei der Hälfte (4,6 Prozent). Die Altersgruppe 84 plus weist eine Covid-19-Sterblichkeit von 18,1 Prozent unter den Männern und eine von 11,4 Prozent bei den Frauen auf.

Risikoreduktion im Alltag

Der Schutz von Personen ab einem Lebensalter von 65 Jahren stellt somit bei der Bewältigung der Corona Pandemie eine unverzichtbare Maßnahme dar, wird von der Bundesregierung betont. Die wichtigsten Empfehlungen zur Risikoreduktion einer Ansteckung im Alltag bleiben freilich das Abstand halten, die regelmäßige Händedesinfektion und das Tragen einer Atemschutzmaske. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt seit Juni das Tragen von Atemschutzmasken.

Atemschutzmasken gibt es in verschiedenen Schutzklassen. Für den Fremdschutz stellt ein einfacher Mund-Nasen-Schutz im Alltag eine wirksame Maßnahme dar, um Tröpfcheninfektionen zu minimieren. Für einen effektiven Eigenschutz – auch vor Aerosolen – ist das Tragen von speziellen Atemschutzmasken notwendig, die zumindest 94 Prozent der in der Luft befindlichen Partikel bis zu einer Größe von 0,6 μm auffangen (dies entspricht dem FFP2-Standard).

Das gemeinsame Ziel der Bundesregierung ist es, eine sichere Teilhabe der älteren Bevölkerung am sozialen Leben bestmöglich zu gewährleisten. Gleichzeitig gilt es, vermeidbare Corona Infektionen dieser Personengruppe zu reduzieren und somit auch den steigenden Belagszahlen in den Krankenanstalten entgegenzuwirken.

Versand erfolgt vor Weihnachten

Die jeweils zehn FFP2-Masken werden per Post zugestellt. Sie werden an Haushalte mit Personen ab dem 65. Lebensjahr mit Wohnsitz im Inland geschickt. Der Start der Aktion werde noch vor Weihnachten erfolgen, teilte die Bundesregierung mit.

Bundeskanzler ÖVP-Obmann Sebastian Kurz begründet diese Aktion so: "Bis wir mit der Impfung von Risikogruppen beginnen können, wollen wir die ältere Generation im Land mit den FFP2 Masken besonderes schützen. In der kalten Jahreszeit ist die Infektionsgefahr noch größer und das Virus kann gerade bei den über 65-jährigen einen schweren Verlauf nehmen. Die Zustellung der Masken soll noch vor Weihnachten beginnen."

Ähnlich argumentiert Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne): "Mit den per Post zugesandten FFP2 Masken leisten wir eine konkrete Unterstützung für den aktiven Schutz vor einer Corona-Infektion. Damit ermöglichen wir den über 65Jährigen eine selbstbestimmte Tagesgestaltung auch in Zeiten der Pandemie, denn die Maske schützt nicht nur die anderen, sondern auch den Träger." Denn derzeit machten sich viele ältere Menschen etwa Sorgen beim Arztbesuch oder beim Einkaufen. (ett)