Die Vorarbeiten in den drei großen Stationen für die Corona-Massentests der Wiener Bevölkerung sind voll im Gang. Zuvor ist eine Online-Anmeldung erforderlich, die seit heute, Mittwoch, um null Uhr möglich ist. In Wien starten Massentests an diesem Freitag, 4. Dezember und dauern  bis 13. Dezember.

Für die Teilnahme ist eine Terminvereinbarung nötig. In der Bundeshauptstadt kommt dabei die entsprechende IT-Plattform des Bundes zum Einsatz. Die Anmeldung dort ist nunmehr freigeschaltet. Seit heute Mitternacht können sich die Wienerinnen und Wiener unter "www.oesterreich-testet.at" eintragen, teilte ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) der APA mit.

Insgesamt werden drei Standorte zu Testzentren umfunktioniert. Es handelt sich dabei um die Messe Wien, die Marx-Halle sowie die Stadthalle. Die Aufbauarbeiten an den betreffenden Örtlichkeiten sind bereits angelaufen. Insgesamt werden 286 Testlinien für Schnelltests und 20 für PCR-Tests installiert.

Massentests werden wiederholt

Die Bundesregierung wird heute, Mittwoch, über die Lockerung des Corona-Lockdowns entscheiden. Der Ministerrat wird dafür sogar bis gegen 13 Uhr dauern. Man werde Öffnungsschritte "behutsam" vornehmen müssen, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag vor Journalisten. Die diese Woche anlaufenden Massentests will er wiederholen - und zwar für besonders betroffene Regionen, Berufsgruppen und für ganze Bundesländer. Experten hatten sich am Montag für die Massentests ausgesprochen, aber eine gezielte Folgestrategie gefordert.

Einmal mehr angekündigt hat Kurz, dass die Massentests wiederholt werden sollen. "Die Massentests werden selbstverständlich wiederholt", betonte Kurz. "In der Theorie wäre es perfekt, die ganze Bevölkerung zwei oder drei Mal zu testen." Damit könnte das Virus "so gut wie ausgelöscht werden". Allerdings stoße man hier an Grenzen der Verfügbarkeit und Logistik. Insofern müsse man das tun, was praktisch machbar sei. aGeplant ist laut Kurz daher die wiederholte Testung von besonders betroffenen Gruppen und Regionen, aber auch eine wiederholte Testung ganzer Bundesländer.

Für die in Österreich im Vergleich zu Deutschland deutlich schlechtere Corona-Situation sieht Kurz die Verantwortung auf mehreren Ebenen. "Ich glaube, dass es eine Gesamtverantwortung ist, dass wir in Österreich diese Pandemie möglichst gut meistern." Im Frühjahr habe man früh reagiert und auch im Herbst habe er früh auf schärfere Maßnahmen gedrängt, betonte Kurz. Er sieht die hohen Infektionszahlen als Bestätigung dafür, dass der zweite Lockdown nötig war, obwohl viele die harten Maßnahmen kritisierte hätten.

Niederösterreichs Schulen sehen sich für einen sicheren Neustart nach dem zweiten Lockdown am 7. Dezember gerüstet. Um eine möglichst sichere Umgebung zu schaffen, würden notwendige Sicherheits- und Testmaßnahmen umgesetzt, betonten Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) und Bildungsdirektor Johann Heuras. Die Landesregierung habe in ihrer Sitzung einstimmig ein neues Konzept zur Durchführung von Covid-19-Schnelltests beschlossen.

Gurgeltests direkt in Niederösterreichs Schulen

Künftig werde es demnach möglich sein, im Verdachtsfall Proben zur Analyse mittels Gurgellösung direkt am Schulstandort abzunehmen und RT-Lamp-Tests, inklusive deren Befundung und selbstständigen Übertragung der gewonnenen Daten in das Epidemiologische Meldesystem, durchzuführen. Parallel dazu würden weiterhin Antigen-Tests von den Bundesschulärzten vorgenommen.

Zu den notwendigen Rahmenbedingungen zählen laut Teschl-Hofmeister neben der Auslieferung von mehr als 300.000 FFP2-Schutzmasken an die Bildungseinrichtungen oder entsprechenden Sicherheits- und Hygienekonzepten für den laufenden Betrieb auch eine neue Teststrategie. Schülerinnen und Schüler, die nach Ende des Lockdowns wieder auf Präsenzunterricht umsteigen, sollen künftig bei Verdacht rasch getestet werden können. Das Konzept entspreche der Strategie des Bundes, sagte Teschl-Hofmeister weiter. Für die Probennahme, die Laborbedienung und die Verwaltung würden vom Land Niederösterreich entsprechende Räumlichkeiten bzw. Labor-Busse und Autos angemietet.

In Zusammenhang mit dem "Fenstertag" am kommenden Montag (7. Dezember) betonten die Landesrätin und der Bildungsdirektor, dass die Entscheidung, ob Unterricht stattfinde oder nicht, bei den Schulen liege. Zu unterrichten werde "lediglich empfohlen".

Elf mobile Teams in Oberösterreichs Schulen

Elf mobile Teams mit Schulärzten, die Corona-Verdachtsfälle mithilfe von Antigen-Schnelltests binnen 30 Minuten abklären, und 800.000 FFP2-Masken für Lehrer sollen in Oberösterreich den Präsenzunterricht - sollte er am 7. Dezember wieder starten - sicherer machen. Zudem wird per Gesetzesänderung die Möglichkeit eingeräumt, auch schulfremde Gebäude für den Unterricht zu nutzen, informierten LH Thomas Stelzer und LHStv. Christine Haberlander (beide ÖVP).

Die mobilen Teams sollen bei Verdachtsfällen - egal ob es sich um Schüler, Lehrer oder sonstiges Personal handelt - rasch für Klarheit sorgen, ob eine Covid-19-Infektion vorliegt, ob bzw. wie der Unterricht fortgesetzt werden kann und ob die Gesundheitsbehörden eingeschaltet werden müssen. "Die Antigen-Tests sind freiwillig und werden nicht ohne Einverständnis der Eltern abgenommen", betonte Haberlander. Bei der Bildungsdirektion Oberösterreich wird eine Leitstelle eingerichtet, die sich um die Testungen am Schulstandort kümmert, und die Schulen anleitet, welche Schritte wann zu setzen sind. Diese Vorgehensweise ist vorerst bis Ende des Wintersemesters geplant.

Zudem soll Anfang nächster Woche die zweite Tranche der vom Bund bestellten FFP2-Masken an die Schulstandorte ausgeliefert werden. Kommen die Masken nicht rechtzeitig, werde das Land aus seinen eigenen Beständen aushelfen, so Stelzer und Haberlander. Als weiterer Schritt folgen am Wochenende 5./6. Dezember die Screening-Tests für Lehrer.

In Vorarlberg haben sich innerhalb von eineinhalb Tagen bereits 43.000 Personen zu den am Wochenende (4. bis 6. Dezember) stattfindenden Corona-Massentests angemeldet. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) nannte das am Dienstag einen "guten Start" und appellierte weiter an die Bevölkerung, an den Tests teilzunehmen. Der Lockdown zeige Wirkung, die Infektionszahlen seien stark rückläufig, doch müsse es gelingen, sie noch weiter nach unten zu drücken, so Wallner.

80 Teststationen in Vorarlberg

In Vorarlberg werden am Wochenende in 80 Teststationen von 7.00 bis 17.00 Uhr Corona-Tests durchgeführt. Innerhalb einer Stunde kann das Ergebnis per SMS oder telefonisch (Tel. 05574/601-600) abgefragt werden. Um Wartezeiten an den Teststationen zu vermeiden, sind Anmeldungen unter www.vorarlberg.at/vorarlbergtestet notwendig. Unter dem Motto "Ganz Vorarlberg testet" trete man in großer Solidarität gemeinsam gegen die Pandemie an, betonte Wallner.

Der Landeshauptmann sah Massentestungen in Kombination mit einer wahrscheinlich ab Jänner möglichen Corona-Impfung als Strategie an, "um aus permanenten Lockdowns herauszufinden". Man habe bisher keine so guten Instrumente "wie jetzt" zur Verfügung gehabt. Mit den ersten Massentests werde man wichtige Erfahrungen für mögliche weitere große Testungen im nächsten Jahr sammeln. Landesrat Christian Gantner (ÖVP) erinnerte daran, dass mit der Massentestung am Wochenende wohl gleich viele Corona-Infizierte "herausgefischt werden können, wie wir jetzt aktuell Fälle haben".(apa)