Die Corona-Neuinfektionen sind zwar zuletzt auf 3.000 gesunken, aber eben nicht noch stärker wie durch den zweiten Corona-Lockdown seit 16. November erhofft. Damit stand für die türkis-grüne Bundesregierung am Mittwochvormittag vor dem wöchentlichen Ministerrat bereits fest, wie von der "Wiener Zeitung" berichtet, dass der Lockdown ab 7. Dezember nur in kleinen Schritten geöffnet wird: mit strengen Auflagen im Handel für alle Geschäfte, um zumindest einen Teil des Weihnachtsgeschäftes zu retten und mit der Teil-Rückkehr in die Schulen, wo die Detailschritte besonders genau beraten wurden.

Mit der Verkündung der Entscheidung lässt sich die Bundesregierung heute bis ungefähr 13 Uhr Zeit, um noch mehr zeitlichen Spielraum für letzte Klärungen bei den Schritten zur Lockdown-Lockerung zu haben. Dann wird die Regierungssspitze beim Pressefoyer informieren. Für 14.30 Uhr ist dann eine weitere Pressekonferenz mit zusätzlichen Informationen für einzelne Bereiche angesetzt.

Bei der Öffnung der Schulen, wo seit Mitte November auch für Pflichtschüler auf Heimunterricht umgestellt worden ist, sind die Entscheidungen für ÖVP und Grüne besonders heikel. Es geht um die Abwägung, welche pädagogischen Nachteile weitere Einschränkungen gerade für leistungsschwache Schüler haben und welche Nachteile die komplettte Rückkehr aller rund 1,1 Millionen Schüler in Österreich gesundheitsmäßig im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Epidemie haben. Als fix galt vor der endgültigen Entscheidung im Ministerrat, dass die Pflichtschüler aus dem Heimunterricht in die Klassen zurückkehren werden. Bei Oberstufenschülern war eine Fortsetzung des Heimunterrichts bis zur 7. Klasse konkret im Gespräch, während man für Maturaklassen um möglichst viel Präsenzunterricht vor der Reifeprüfung ab 20. Mai 2021 bemüht ist.

Unter dem Hinweis auf strengere Einhaltung von Hygiene- und Abstandsvorschriften werden die Volksschüler in die Klassen zurückkehren, ebenso die Mittelschüler. Allerdings wurde überlegt, dass Schüler ab 10 Jahren und damit auch Mittelschüler und Kinder in den AHS-Unterstufen auch im Unterricht Schutzmasken tragen sollen. Zum Schutz der Lehrer ist zuletzt vor allem in Wien die Auslieferung von FFP2-Schutzmasken deutlich intensiviert worden, nachdem es seit Schulbeginnn von Pädagogen, Schulleitern und Lehrergewerkschaft massive Kritik gegeben hat, dass die Belieferung nicht geklappt hat.

Gestaffelter Schulbeginn in der Früh

Um vor allem zum Schulbeginn in der Früh größere Ansammlungen von Schülern vor den Schulgebäuden zu vermeiden, ist vorgesehen, dass an den Schulstandorten autonom Regelungen organisiert werden, damit es einen gestaffelten Schulbeginn für unterschiedliche Gruppen von Schülern gibt. In Erwägung wurde auch die Rückkehr zu einem Schichtbetrieb wie bereits im Frühjahr gezogen. Auch da soll das genaue Modell den Schuldirektoren weitgehend vorbehalten sein. Damit soll erreicht werden, dass Schüler in den Klassen nicht so dicht gedrängt sitzen. Die Suche nach Ausweichquartieren ist im Laufen, in Wien werden dafür Räume in den Volkshochschulen genützt, Details werden geklärt.

Im Handel werden nach dem Lebensmittelhandel ab 7. Dezember auch andere Geschäfte öffnen dürfen - allerdings mit strengen Auflagen. Die Branchenvertreter in der Wirtschaftskammer haben bereits ein entsprechendes Konzept entwickelt. Dieses sieht unter anderem die Zählung von Kunden vor, damit nicht zuviele Menschen gleichzeitig in Geschäften sind, und reicht bis zu Kontrollen durch Sicherheitskräfte vor den Geschäften, um auch dort dichte Menschenansammlungen möglichst zu vermeiden.