Ein Überblick über die Bestimmungen in der Coronakrise, die für Österreicher bei Reisen in andere europäische Länder gelten. Grob lassen sich drei Kategorien unterscheiden:

1. Die Einreise ist ohne Auflagen möglich. 2. Man muss gewisse Auflagen erfüllen, etwa einen negativen Corona-Test vorweisen oder muss eine bestimmte Zeit in Quarantäne. 3. Die Einreise ist nur möglich, wenn man zu einer bestimmten, eng begrenzten Personengruppe gehört. Manchmal ist es der Fall, dass Auflagen nur für bestimmte Bundesländer und nicht für ganz Österreich gelten.

Außerdem bedeutet eine freie Einreise in ein anderes Land nicht automatisch, dass Reisen so einfach möglich ist. Denn auch Österreich hat für mehrere Länder und Regionen Reisewarnungen (Stufen 5 und 6 des Außenministeriums) und Auflagen bei der Rückeinreise nach Österreich erlassen. In diesem Fall muss ein Gesundheitszeugnis (mit negativem PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist) mitgeführt werden. Alternativ kann man sich in eine zehntägige (Heim-)Quarantäne begeben, muss aber auch dann innerhalb von 48 Stunden verpflichtend einen PCR-Test veranlassen - und zwar auf eigene Kosten. Ein negatives Testergebnis beendet die Quarantäne.

Zwischen Mitte Dezember und 10. Jänner sind zusätzlich verschärfte Einreisebestimmungen geplant. Personen, die aus einem Risikogebiet nach Österreich einreisen, müssen zehn Tage in Quarantäne gehen. Freitesten ist erst nach fünf Tagen mittels PCR-Test möglich. Als Risikogebiete gelten alle Länder, deren 14-Tage-Inzidenz der positiven Corona-Fälle höher als 100 ist, aktuell gehören alle Nachbarländer Österreichs dazu.

Grundsätzlich rät das Außenministerium den Österreichern nach wie vor "dringend von allen nicht notwendigen" Auslandsreisen ab.

ALBANIEN: Freie Einreise für Österreicher nach Albanien. Weder Heimquarantäne noch Corona-Testergebnis nötig. Es gilt aber eine Reisewarnung des österreichischen Außenministeriums.

ANDORRA: Freie Einreise für Österreicher. Es muss bei der Einreise kein Reisegrund genannt werden und es ist keine Heimquarantäne vorgeschrieben. Österreich hat seinerseits allerdings eine Reisewarnung verhängt.

BELGIEN: Vor der Einreise nach Belgien gilt eine verpflichtende Online-Registrierung. Belgien stuft Österreich als "Rote Zone" ein. Bei Einreisenden aus solchen Risikogebieten wird mithilfe eines Fragebogens das Risikoverhalten evaluiert. Dadurch wird entschieden, ob sich die Betreffenden nach ihrer Ankunft in eine zehntägigen Quarantäne begeben und sich testen lassen müssen. Ausgenommen sind Personen, die sich in den letzten 14 Tagen weniger als 48 Stunden in einer "Roten Zone" aufgehalten haben oder sich weniger als 48 Stunden in Belgien aufhalten werden. Österreich hat für die Regionen Brüssel und Wallonien eine Reisewarnung verhängt.

BOSNIEN-HERZEGOWINA: Österreicher müssen bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Es gilt österreichischerseits eine Reisewarnung (höchste Stufe 6 bei den Reisehinweisen).

BULGARIEN: Es gibt keine Beschränkungen bei der Einreise von Österreichern und anderen EU-Bürgern. Umgekehrt ist von österreichischer Seite eine partielle Reisewarnung (Stufe 5) für die Regionen Blagoevgrad, Burgas, Dobrich, Gabrovo, Jambol, Kardzhali, Montana, Plovdiv, Rasgrad, Shumen, Sliven, Smoljan, Sofia, Stara Zagora, Targovishte und Varna in Kraft. Das sind 16 der 28 Provinzen.

DÄNEMARK: Seit 26. Oktober muss man bei der Einreise aus Österreich nach Dänemark einen höchstens drei Tage alten, negativen Covid-19-Test vorlegen. Zusätzlich muss ein berücksichtigungswürdiger Grund ("worthy purpose") angegeben werden. Dazu gehören zum Beispiel ein bestehendes Arbeitsverhältnis, Studium oder eine Geschäftsreise. Eine Einreise für Urlaubszwecke ist nicht möglich. Sollten die beiden Voraussetzungen bei der Einreise nicht erfüllt sein, ist laut dem Außenministerium in Wien mit einer Zurückweisung an der Grenze zu rechnen. Österreich sieht für Reisen nach Dänemark ein Hohes Sicherheitsrisiko (Stufe 4).

DEUTSCHLAND: Deutschland weist ganz Österreich mit Ausnahme der Enklaven Kleinwalsertal (Vorarlberg) und Jungholz (Tirol) als Risikogebiet aus und hat eine Reisewarnung ausgesprochen. In den einzelnen deutschen Bundesländern gibt es auf Basis dieser Reisewarnung im Detail unterschiedliche Quarantäneregelungen. Grundsätzlich gilt: Ankömmlinge aus Risikogebieten müssen für zehn Tage in häusliche Quarantäne. Ein "Freitesten" aus der Quarantäne ist frühestens am 5. Tag nach Einreise möglich. Ausnahmeregelungen kann es weiterhin für Berufspendler, Ehe- und Lebenspartner, Eltern mit geteiltem Sorgerecht und andere Reisende geben. So wurde etwa eine Testpflicht für Grenzgänger mit Wohnsitz in einem Risikogebiet in Bayern vom Verwaltungsgericht wieder aufgehoben. Reisen und Beherbergungen aus touristischen Gründen sind in Deutschlands derzeit nicht gestattet. Die Durchreise (Transit) durch Deutschland ist weiterhin möglich. Österreichs Einstufung für Deutschland: Stufe 4.

ESTLAND: Für Einreisende aus Staaten mit einer Neuinfektionsrate von über 50 pro 100.000 Einwohner die letzten 14 Tagen gilt eine Quarantäneverpflichtung. Alternativ kann an Grenzübergängen ein Covid-19-Test gemacht werden, der die Quarantäne womöglich verkürzt. Österreich fällt in diese Kategorie, zumal hierzulande die Neuinfektionsrate deutlich über 50 pro 100.000 liegt. (Stufe 4)

FINNLAND: Österreicher können nur in Ausnahmefällen nach Finnland einreisen. Touristische Einreisen sind Österreichern nicht erlaubt. Einreisen dürfen nur: in Finnland Studierende, Angehörige finnischer Staatsbürger mit Aufenthaltsrecht in Finnland, Dienstreisende, Diplomaten, Durchreisende. Für Einreisende besteht eine grundsätzliche Verpflichtung zur Selbstquarantäne von zehn Tagen. Zwingende Erledigungen wie u.a. Arztbesuche darf man während dieser Zeit unter strikter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln machen. Es besteht die Möglichkeit, die Dauer der Selbstquarantäne mit einem negativen Covid-19-Test zu verkürzen. (Stufe 4, die Rückkehr nach Österreich ist somit ohne Auflagen möglich.)

FRANKREICH: Freie Einreise für Österreicher. Für zwei französische Regionen gelten Reisewarnungen (Stufe 5): für die Hauptstadt-Region Île-de-France um Paris und Provence-Alpes-Côte d'Azur ganz im Südosten. Das sind zwei der 13 Regionen auf europäischen Festland. Es gilt daher bei der Rückkehr aus diesen beiden Regionen nach Österreich Test- bzw. Quarantänepflicht.

GRIECHENLAND: Vor der Einreise müssen sich Österreicher registrieren. Alle Einreisenden, die älter als zehn Jahre sind, müssen einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden ist, ausgestellt von einem anerkannten Testlabor des Abreiselandes mit begleitender Diagnose in englischer Sprache. Personen mit einem Wohnsitz in Griechenland müssen sich zudem bei der Ausreise mindestens 24 Stunden im Voraus registrieren. Bei manchen Fluglinien müssen sich alle Ausreisenden 24 Stunden im Voraus registrieren. (Stufe 4).

GROSSBRITANNIEN: Reisende aus Österreich müssen sich in eine 14-tägige Heimquarantäne begeben. Die Kontaktdaten müssen vor der Einreise online verpflichtend bekanntgegeben werden. Bei Verstößen gegen diese Bestimmungen ist mit Strafen von bis zu 10.000 Pfund (10.982,01 Euro) zu rechnen. Ein negativer Covid-19-Test ist keine Alternative zur Heimquarantäne. Ab 15. Dezember kann sich die Quarantäne aber auf fünf Tage reduzieren, dies aber NUR IN ENGLAND und, wenn ein Covid-19-Test zu diesem Zeitpunkt negativ ausfällt. Partielle Reisewarnung (Stufe 5) für die Regionen North East, East Midlands sowie Yorkshire and The Humber.

IRLAND: Nach der Einreise muss man eine 14-tägige Quarantäne antreten. Auch muss ein Formular ausgefüllt werden: Ein Nichtausfüllen, Falschangaben oder unterlassene Updates bei Änderung des Aufenthaltsortes sind strafbar (bis zu 2.500 Euro bzw. bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe). (Stufe 4).

ISLAND: Vor der Einreise muss man sich registrieren. Bei der Einreise ist dann eine 14-tägige Quarantäne fällig oder man lässt einen kostenpflichtigen Corona-Test bei der Einreise sowie einen verpflichtenden zweiten kostenlosen Test vier bis sechs Tage nach der Einreise vornehmen. Zwischen den beiden Tests muss eine Quarantäne eingehalten werden. Auch Touristen können unter Beachtung der Auflagen einreisen. (Stufe 4).

ITALIEN: Wer nach Italien einreist, muss die ganze Zeit ein sogenanntes Selbstdeklarationsformular bei sich haben. Darin muss man u.a. bestätigen, dass man nicht positiv auf das Coronavirus getestet wurde bzw. dass man nach einem positiven Test alle Auflagen des Heimatlandes vollständig beachtet hat. Die Regionen in Italien sind gemäß den aktuellen Infektionsraten ähnlich wie in Österreich durch die Corona-Ampel in Rote, Orange und Gelbe Zonen eingeteilt. Die Reise in Rote und Orange Zonen sind nur in Ausnahmefällen gestattet. Zur Roten Zone gehören derzeit u.a. Südtirol, das Aostatal und die Toskana. Zur Orangen die Lombardei und die Emilia Romagna. (Stufe 4).

KOSOVO: Österreicher müssen bei der Einreise einen negativen PCR-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Andernfalls müssen sie eine Quarantäne von sieben Tagen antreten. Seitens Österreichs gilt eine Reisewarnung, daher gilt bei der Rückkehr ebenfalls Test- bzw. Quarantänepflicht.

KROATIEN: Seit 1. Dezember wird u.a. auch von Ankömmlingen aus Österreich ein negativer PCR-Test verlangt, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Die Einreise ohne negativen PCR-Test ist möglich, jedoch muss der Test in diesem Fall in Kroatien nachgeholt werden und Reisende müssen bis zum Vorliegen eines negativen Testergebnisses in Heimquarantäne bleiben. Ausgenommen sind u.a. tagespendelnde Arbeitnehmer, Schüler und Studenten, Lkw-Fahrer, Diplomaten. Es gilt eine partielle Reisewarnung (Stufe 5 von 6) seitens Österreichs für das gesamte Staatsgebiet mit Ausnahme der Regionen Brod-Posavina, Istrien, Koprivnica-Krizevci, Osijek-Baranja, Sibenik-Knin, Varazdin und Zadar.