In Wien, Vorarlberg und Tirol beginnen am morgigen Freitag die Corona-Massentests. 24 Stunden davor war Donnerstagfrüh die Erleichterung groß, dass die Schwierigkeiten bei der Online-Anmeldung am Mittwochabend zunächst behoben werden konnten. Allein in Wien haben sich nach Angaben von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) seit dem Start der Online-Anmeldung um null Uhr am Mittwoch 100.000 Menschen mit einem Termin für die Massentests avisiert.

Ab Freitag beginnen in Wien, Vorarlberg und Tirol die Corona-Massentests der Bevölkerung. Bei der Online-Anmeldung gab es allerdings Probleme. - © APAweb / Barbara Gindl
Ab Freitag beginnen in Wien, Vorarlberg und Tirol die Corona-Massentests der Bevölkerung. Bei der Online-Anmeldung gab es allerdings Probleme. - © APAweb / Barbara Gindl

Bundesregierung und Stadt Wien haben Donnerstagfrüh bei einem Pressetermin in der Wiener Stadthalle nochmals die Bevölkerung zur Teilnahme an den großflächigen Corona-Schnelltests aufgerufen. In Wien finden diese an drei Standorten mit vielen Teststraßen in der Stadthalle, der Marx-Halle und in der Messe Wien von 4. bis 13. Dezember statt - auch für Lehrer. In Vorarlberg und Tirol wird von 4. bis 6. Dezember getestet. Die anderen Bundesländer folgen rund eine Woche später. Gesundheitsminister Anschober, Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) und Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) nahmen mit Journalisten einen Rundgang in der Stadthalle teil und besichtigten die Vorbereitungen.

Hacker: "Verunsicherung verursacht"

Am Mittwoch hatte, wie Anschober erläuterte, die Anmeldung im Internet für rund zwei Stunden offline genommen werden müssen. Es musste ein Datenleck beseitigen werden, wodurch Daten nicht mehr sichtbar waren und Personen irrtümlich Zugriff auf Daten erhalten haben. Der Gesundheitsminister dankte dennoch allen an der Vorbereitung Beteiligten ausdrücklich. Stadtrat Hacker war froh über die Behebung der Panne bei der Online-Anmeldung: "Das hat ein bisschen Verunsicherung verursacht." Das ist untertrieben: Denn in den sozialen Netzen hatte es am Mittwoch Spott und Häme wegen der Probleme bei der Online-Anmeldung gegeben.

Immerhin hat Bundeskanzler Sebastian Kurz die Massentests bereits am 15. November im ORF angekündigt. Der Bund stellte das Anmelde-Tool aber erst Anfang dieser Woche zur Verfügung, das auch in Wien genutzt wird. Massive Kritik hat es deswegen vor allem auch aus Kärnten gegeben. Andere Bundesländer sind auf Nummer sicher gegangen und haben eigene Anmelde-Tools eingerichtet. Hacker führte die Schwierigkeiten auf "Improvisation" wegen der kurzen Vorbereitungszeit zurück.

Sorge um Anmeldung älterer Menschen

Der  Wiener Gesundheitsstadtrat gab sich damit bei dem gemeinsamen Presseauftritt zurückhaltend. Denn die Stadt Wien hat zuletzt kritisiert, dass keine telefonische Anmeldung möglich ist. In der Bundeshauptstadt wird befürchtet, dass deswegen vor allem ältere Menschen die angebotenen Gratis-Massentests nicht nützen werden. Eine Online-Anmeldung ist notwendig, damit es nicht zu besonders langen Schlangen vor den drei Wiener Teststandorten kommt, womit das Risiko einer Corona-Ansteckung steigen würde.

Hacker stellte klar, dass Personen, die beim Antigen-Schnelltest positiv getestet werden, gleich im Anschluss nochmals mittels PCR-Gurgeltest ein zweites Mal getestet werden. Ohne Unterstützung des Bundesheeres wären die Massentests nicht möglich. 5400 Soldaten und Zivilbedienstete des Heeres sind zur Assistenz im Einsatz, allein 2000 in Wien. Insgesamt würden 93 Teststationen werden mit je fünf Mann betreut, erläuterte Generalmajor Striedinger. Innenminister Nehammer wies darauf hin, dass in der kommenden Woche für mehr als 30.000 Polizisten ein eigenes Corona-Screening mit Massentests durchgeführt wird. Allein dafür gibt es hundert Teststationen.

Gesundheitsminister Anschober bekräftigte, dass die Corona-Neuinfektionen inzwischen "konstant sinken". Aber, so betonte er: "In Summe sind die Zahlen noch beachtlich hoch." Am Mittwoch waren es noch knapp 4000 Neuinfektionen gewesen. Deswegen hat die türkis-grüne Bundesregierung am Mittwoch auch nur eine teilweise Lockerung des bis 6. Dezember laufenden zweiten Corona-Lockdowns beschlossen. Die Schulen werden, wie berichtet, teilweise geöffnet mit Präsenzunterricht für Pflichtschüler, auch der Handel wird ab 7. Dezember geöffnet. Lokale und Hotels bleiben bis 7. Jänner zu, Kulturveranstaltungen bis dahin untersagt.