Auch während der nun für nächste Woche geplanten vorsichtigen Öffnungsschritte müssen sich die täglichen Neuinfektionszahlen stark verringern: Denn der Trend stimmt zwar, die Anzahl nimmt ab - seit Mittwoch kamen exakt 3.969 neue Fälle hinzu, 4.470 an Covid-19 Erkrankte sind wieder genesen. 

Die aktuelle 7-Tagesinzidenz, also die Anzahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Menschen in Österreich, sinkt - allerdings nur sehr langsam: Sie liegt heute, Donnerstag, bei 309,21 laut aktueller Bundesländermeldung. Vor einer Woche waren es noch 421,67. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) spricht deshalb in einer Aussendung von "weiterhin dramatisch hohen Werten". 

3.538 sind mittlerweile an Covid-19 verstorben

Die Zahl der an den Folgen einer Covid-19-Infektion verstorbenen Menschen ist um 92 auf mittlerweile 3.538 gestiegen. Alleine im November verstarben 2.075 Personen in Folge der Pandemie. Die Sterbefallstatistik  der Statistik Austria, in der alle Todesfälle verzeichnet sind, zeigt folglich eine deutliche Übersterblichkeit im Vergleich zu den Vorjahren. Für die Woche vom 16. bis 22. November ist mit 2.431 Todesfälle überhaupt der höchste wöchentliche Wert seit 1978 zu verzeichnen.

"Es ist unser Hauptziel, diese viel zu vielen Todesfälle möglichst rasch möglichst stark zu verringern", sagt Anschober. Und: "Es wäre höchste Zeit, dass angesichts dieser dramatischen Zahlen Corona-Leugner und Corona-Verharmloser, die die Bevölkerung in den vergangenen Monaten massiv verunsichert haben, endlich nachdenklich werden und umdenken und ihre Kommunikation der Verunsicherung beenden."

Hohe Belastung des Spitalspersonals

Zwar ist auch die Anzahl der Patienten in Spitalsbehandlung rückläufig, wie die Daten von Innen- und Gesundheitsministerium zeigen. Insgesamt mussten am Donnerstag 4.082 Menschen im Spital behandelt werden, am Mittwoch waren es noch 4.245. Im Wochenvergleich beträgt der Rückgang 8,5 Prozent. Vergangenen Donnerstag lagen noch 4.461 Covid-19-Patienten in Spitälern. Auf den Intensivstationen mussten am Donnerstag 668 Erkrankte behandelt werden - 23 weniger als am Mittwoch und 37 Patienten bzw. 5,3 Prozent weniger als am Donnerstag der Vorwoche.

Aber: Die hohe Anzahl an Covid-19 Erkrankten in intensivmedizinischer Betreuung bedeute nach wie vor "eine starke Überlastung" der Stationen, sagt Anschober: "Eine derartige Stress-Situation kann von den großartigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Krankenhäusern nicht über lange Zeit aufrecht erhalten bleiben." Dabei ist die Situation schon auf Covid-19-Normalstationen belastend, wie die "Wiener Zeitung" berichtete. Man müsse daher massive Rückgänge bei der Anzahl der Erkrankten erreichen, denn es müssen in den nächsten Wochen auch verschobene Operationen nachgeholt werden. Und: "Ab Mitte Dezember erwarten wir die Grippewelle mit entsprechend vielen, auch schwer erkrankten Grippe-PatientInnen, die ebenfalls eine bestmögliche Betreuung benötigen", so der Gesundheitsminister.