Jene, die Freitagfrüh in Innsbruck zur Corona-Massentestung erschienen, mussten in Schlangen warten. Diese lichteten sich aber rasch wieder, ein anderes Problem blieb bestehen: Mit der Software des Bundes konnten in Innsbruck – genauso wenig wie in der Wiener Stadthalle – wegen IT-Ausfällen keine Daten erfasst werden. Die vom Gesundheitsministerium mit dem IT-System beauftragte A1-Tochter World Direct sprach von "Kapazitätsengpässen", man arbeite "an deren Erweiterung".

Nach dem mittlerweile behobenen Datenleck- und Anmeldeschwierigkeiten musste nun auch der ursprüngliche Plan, die Testung mit der vom Bund zur Verfügung gestellten zentralen Software zu dokumentieren und die Getesteten darüber über Ergebnisse zu informieren, verworfen werden.

In Tirol ging man kurzerhand zum eigenen, bewährten System über "1450" über, trug die Ergebnisse ins analoge IT-System ein. Jeder mit einem positiven Test werde nun "so schnell wie möglich" telefonisch informiert – und zur PCR-Nachtestung eingeladen, erläuterte der Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi vor Ort. Jene mit einem negativen Ergebnis, die über das Bundessystem eine SMS oder E-Mail erhalten hätten sollen, bekommen diese nun nicht oder zeitverzögert. "Wer bis morgen keine Nachricht bekommt, kann von einem negativen Testergebnis ausgehen", sagte Willi.

Linz steigt auf eigenes System um

Auch in der Wiener Stadthalle wechselte das Bundesheer vom fehleranfälligen digitalen zum analogen Erfassen: "Für die zu testenden Personen hat das keine Auswirkungen, wir halten die geplanten Zeiten ein", sagte der Wiener Militärkommandant Kurt Wagner. Man nehme alle Daten auf Papier auf und würde diese anschließend elektronisch erfassen. Weil sich die Teststation Stadthalle großer Beliebtheit erfreue, "dort ist der Zulauf enorm", ersuchte Wagner Wiener, die anders als die 73.000, die Freitagfrüh bereits einen Termin hatten, sich bei den Standorten Messe und Marxhalle anzumelden, wo – zumindest am Freitag – auch die Technik vor Ort funktionierte.

Probleme meldeten dagegen sogar Bundesländer, in denen noch gar nicht in Massen getestet wird, sondern erst das Lehrpersonal von Schulen und Kindergärten. Im Bundesland Salzburg erhielten einige der 7.400 Angemeldeten, obwohl die Tests erst am Samstag beginnen sollten, schon für Freitag einen Termin. Das Bundesheer in Salzburg, das bereits startklar war, führte am Vormittag eben vorzeitig Tests durch.

Anders reagierte der Linzer Bürgermeister Klaus Luger darauf, dass auch manche Linzer Pädagogen der insgesamt 12.300 im Bundessystem Angemeldeten Freitagstermine erhielten. Die Stadt greift nun mit www.linz.at auf ein eigenes System für die Massentests – vom 11. bis 14. Dezember in Oberösterreich – zurück. Denn: "Statt der angekündigten EDV-Lösung liefert das vom Bund beauftragte Unternehmen neue Probleme." Ob der "Plan B" mit eigenem System im ganzen Bundesland aktiviert wird, entscheidet Landeshaupt Thomas Stelzer (ÖVP) nach dem Wochenende, sofern das Bundessystem den "Stress-Test" mit der Lehrertestung nicht besteht.

Eigene Systeme in Niederösterreich und Vorarlberg

Aus Kärnten und der Steiermark kamen bislang keine Fehlermeldungen. Obwohl in Niederösterreich Freitag früh noch 22.000 im Bundes-System angemeldet waren, stieg man wegen "massiver Anmelde-Probleme" schon am Donnerstag mit www.testung.at auf ein eigenes System um, hieß es vonseiten des Landes. Auf der Plattform habe es seither schon mehr als 50.000 Anmeldungen gegeben.

In Vorarlberg, das ein eigenes IT-System betreibt, verlief der erste Testtag reibungslos. Auf einem Dashboard konnte jeder sehen, dass sich am Freitag um 16 Uhr mit 87.147 mehr als ein Viertel der 344.916 Testberechtigten im Bundesland angemeldet hatten. Auch die Ergebnisse der bereits Getesteten wurden alle 15 Minuten aktualisiert: 44.710 der Vorarlberger Antigentests waren zu diesem Zeitpunkt negativ, 172 positiv.