Während am Samstag die Steiermark und Niederösterreich als letzte verbleibende Bundesländer  mit den Corona-Massentestungen begonnen haben, kündigte Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) an, dass sich die Tiroler Bevölkerung  ab 19. Dezember bis ins Jahr 2021 hinein "dauerhaft und kostenlos" auf das Coronavirus testen lassen könne. Der Starttermin der Aktion sei mit Hinblick auf die Weihnachtsfeiertage gesetzt. Die Möglichkeit bestehe für alle ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr.

Für den Antigen-Test ist eine Voranmeldung nötig, die ab kommenden Mittwoch möglich ist. Durchgeführt werden sollen die Tests tirolweit über Screeningstraßen und mobile Einheiten. In jedem Bezirk werde es demnach eine Teststraße geben, in der Stadt Innsbruck sogar mehrere. Die Auswertung erfolgt vor Ort in den Screeningstraßen. Die Verständigungen werden automatisiert abgewickelt, die Testpersonen erhalten eine SMS mit dem Ergebnis.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter will verhindern, dass die Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder in die Höhe schießen. - © APAweb / Expa/Johann Groder
Tirols Landeshauptmann Günther Platter will verhindern, dass die Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder in die Höhe schießen. - © APAweb / Expa/Johann Groder

"Wir werden allen Tirolerinnen und Tiroler die Möglichkeit geben, sich kostenlos testen lassen zu können. Alle, die ihren Corona-Status noch vor oder auch in den Weihnachtsfeiertagen überprüfen lassen möchten, sollen das ab kommendem Wochenende unkompliziert und kostenlos tun können", so Platter. Man werde "auch über die Weihnachtsfeiertage alles versuchen, um zu verhindern, dass die Neuinfektionen in die Höhe schießen", betonte der Landeshauptmann. Die Tiroler hätten "es selbst in der Hand".

Über 500.000 Anmeldungen in Niederösterreich

Unterdessen übersprang in Niederösterreich die Zahl der Anmeldungen am Samstagvormittag die Schwelle von 500.000, bis 15.00 Uhr wurden mehr als 528.000 Online-Vormerkungen verzeichnet. Bei 1,530.000 Berechtigten entspricht dies einer Quote von 34,5 Prozent.

Von den bisher durchgeführten 212.770 Testungen waren 316 - oder 0,15 Prozent - positiv, hieß es am Nachmittag. Spitzenreiter bei den entnommenen Abstrichen auf Bezirksebene war St. Pölten mit mehr als 18.300. In der niederösterreichischen Landeshauptstadt selbst unterzogen sich bis etwa 14.00 Uhr 3.600 Menschen einem Test, dabei wurden nach Angaben eines Rathaussprechers zwei positive Ergebnisse registriert.

Für die flächendeckenden Untersuchungen waren in den 573 Gemeinden im Bundesland eigens 1.276 Stationen errichtet worden. Zur Bewältigung der logistischen und organisatorischen Herausforderung werden im Verlauf des Wochenendes rund 20.000 ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiter eingesetzt. 6.000 davon stellen die Freiwilligen Feuerwehren, fast 1.800 das Rote Kreuz.

In der Steiermark stehen 187 Teststationen und knapp 780 Spuren bereit. Etwa 8.000 Menschen helfen bei der Abwicklung und der Organisation. Von den rund 1,25 Millionen Einwohnern der Steiermark hatten sich bis Samstagfrüh etwa 190.000 online oder telefonisch zur Testung angemeldet. Wie Harald Eitner von der Fachabteilung für Katastrophenschutz und Landesverteidigung berichtete, wurden bis 12.00 Uhr 90.228 Untersuchungen durchgeführt. 0,4 Prozent davon oder 364 Resultate waren positiv. Diese mussten allesamt noch von PCR-Tests bestätigt werden.  (apa)