Niemand will seine Verwandten zu Weihnachten mit dem Coronavirus anstecken. Viele überlegen daher, sich kurz davor testen zu lassen. So wie Tirol wird nun auch Oberösterreich vor den Weihnachtsfeiertagen weiterhin kostenlose Corona-Antigen-Schnelltests anbieten. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) und Gesundheitsreferentin Christine Haberlander (ÖVP) haben den Krisenstab mit der Erarbeitung eines Konzepts beauftragt, teilte das Land am Sonntagnachmittag in einer Aussendung mit.

In Oberösterreich laufen die vom Bund veranlassten Massentests noch bis Montag. Für die anstehenden Feiertage und Familienfeierlichkeiten werde das Land als Service darüber hinaus an ausgewählten Standorten weitere freiwillige Schnelltests anbieten. "Wir wollen damit ein möglichst sicheres und vertrautes Weihnachtsfest ermöglichen", betonten der Landeshauptmann und seine Stellvertreterin. Über Details wie Standorte, Anmeldeprozedere und Startzeitpunkt werde noch informiert, hieß es.

Auch Salzburgs Politik überlegt, die freiwilligen Tests zu verlängern – auch angesichts der bisher laut Experten eher geringen Beteiligung. Von den gekauften Kits seien noch viele übrig, heißt es.

Beteiligung an Massentests lässt zu wünschen übrig

Nur knapp über zehn Prozent haben sich in Wien bei der vom Bund veranlassten österreichweiten Massentestung auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen lassen. In anderen Bundesländern sieht es zum Teil nicht viel besser aus - im Burgenland und in Kärnten lag die Beteiligung am Sonntag unter einem Fünftel der Gesamtbevölkerung. Medienberichten zufolge denkt der Bund über "Goodies" bei zukünftigen Massentests nach, um mehr Leute in die Teststraßen zu locken.

Aus dem Gesundheitsministerium hieß es dazu auf APA-Anfrage, "Anreizsysteme" würden geprüft. Konkreteres war dem "Kurier" (Sonntag-Ausgabe) zu entnehmen, wo eine Belohnung von 50 Euro kolportiert wurde. "Österreich" zitierte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) mit der Aussage, bei den nächsten Massentests ab 8. Jänner könnten sich Bewohner von Gebieten mit einer besonders hohen Sieben-Tages-Inzidenz von einer Quarantäne "freitesten".

"Eine Pandemie bekommt man nicht mit Zuckerbrot und Peitsche und einer Gutsherrenpolitik nach dem Motto ,Böse Untertanen gehören bestraft, die braven belohnt' in den Griff. Eine Pandemie erfordert einen gut durchdachten Plan und vor allem Kommunikation auf Augenhöhe", hielt dem Neos-Gesundheitssprecher Gerald Loacker entgegen.

Es sei nicht zielführend, Menschen mit Geschenken zum nächsten Massentest zu locken. Ziel müsse es sein, die Bevölkerung dazu zu bringen, weniger Leute zu treffen, Räume regelmäßig zu lüften, konsequent Maske zu tragen und Abstand zu halten. "Das erreicht man nicht, wenn man die Menschen ein Mal zu einem Schnelltest bringt", meinte Loacker in einer Presseaussendung. Neos treten für einen Ausbau des Testangebots in Betrieben, bei Ärzten, in Apotheken und an zentralen Plätzen - etwa auf Bahnhöfen, in Einkaufsstraßen oder auf Marktplätzen - ein. (apa)