Die Deutschförderung in Österreichs Schulen nach der Flüchtlingswelle im Jahr 2015 ist mit der ÖVP-FPÖ-Bundesregierung drastisch gebremst worden. Nach dem Höhepunkt im Schuljahr 2017/18 mit 50,6 Millionen Euro an Ausgaben für Lehrpersonal zur Unterstützung von Kindern mit Schwierigkeiten in Deutsch ist die Summe in den beiden Folgeschuljahren im Pflichtschulbereich de facto halbiert worden. Das zeigt eine Auflistung von Bildungsminister Heinz Faßmann in einer aktuellen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der FPÖ.

Die türkis-blaue Bundesregierung mit Bundeskanzler ÖVP-Obmann Sebastian Kurz ist knapp vor Weihnachten 2017 angelobt worden. Im Schuljahr 2018/19 wurden die Ausgaben für Lehrpersonal zur Deutschförderung auf 26,6 Millionen Euro praktisch halbiert. Im vergangenen Schuljahr 2019/20 wurde mit 24,2 Millionen Euro nochmals ein Rückgang verzeichnet, was naturgemäß unter anderem auch damit zusammenhängt, dass Flüchtlingskinder, die 2015 nach Österreich gekommen sind, mittlerweile schon etwas länger im Land waren.

Vorausgeschickt hat der Bildungsministert,  dass unter "Kosten" der "durchschnittliche Lehrpersonalaufwand für die Zusatzkontingente für Sprach- bzw. Deutschförderung für außerordentliche Schülerinnen und Schüler verstanden wird". Der Löwenanteil davon entfiel auf Wien. Im vergangenen Schuljahr 2019/20 betrug der Anteil der Kosten zur Deutschförderung in Wien 9,2 Millionen Euro, das war mehr als ein Drittel der Gesamtkosten in diesem Schuljahr mit 24,2 Millionen Euro. Dahinter folgen fast gleichauf Oberösterreich mit knapp 3,6 Millionen Euro und Niederösterreich mit knapp 3,5 Millionen Euro.

2,1 Millionen Euro für mittlere und höhere Schulen

Die Ausgaben für das Lehrpersonal zur Deutschförderung in mittleren und höheren Schulen ist ungleich niedriger. Aber auch dort zeigt sich ein ähnlicher Trend, weil die Kosten mehr als halbiert wurden. So lagen die Ausgaben im vergangenen Schuljahr 2019/20 bundesweit, wie der Bildungsminister auflistet, bis 2,1 Millionen Euro. Am Höhepunkt 2017/18 waren es in den mittleren und höheren Schulen bei 5,6 Millionen Euro gewesen. Von den 2,1 Millionen Euro an Kosten für Deutsch-Stützlehrer im vergangenen Schuljahr entfiel eine knappe Millionen Euro auf Wien.