Wien. Der Fund eines riesigen Waffenarsenals bei österreichischen Neonazis zieht nun auch in Deutschland weite Kreise. Die deutschen Grünen fordern im Bundestag Aufklärung. "Die erneut zutage getretene Militanz von Rechtsextremisten in Deutschland und Österreich ist in hohem Maße besorgniserregend", sagte Fraktionsvize Konstantin von Notz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Montag. Er kündigte an, die Razzia in Deutschland im Innenausschuss und Parlamentarischen Kontrollgremium besprechen zu wollen.

Wie am Wochenende bekannt wurde, waren bei Hausdurchsuchungen in der österreichischen Neonazi-Szene automatische und halbautomatische Waffen, Sprengstoff und Handgranaten gefunden worden. Bei den Waffen handelt es sich laut dem Wiener Landespolizeipräsidenten Gerhard Pürstl um einen der "größten Funde der letzten Jahrzehnte".

Konnex zu Drogenhandel

Fünf Festnahmen waren die Folge, hauptverdächtig ist ein 53-jähriger Österreicher, der amtsbekannt und vorbestraft ist. Er soll derzeit eine Haftstrafe absitzen und die Waffendeals während seiner Freigänge organisiert haben.

Laut Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) war der Mann Teil eines "Netzwerks, das Verbindungen zwischen dem rechtsextremen Bereich und der organisierten Kriminalität zeigt". Die Gruppe soll Drogen verkauft und mit dem Gewinn daraus die Waffen erworben haben. Mit den Waffen sollte "möglicherweise eine rechtsradikale Miliz" in Deutschland aufgebaut werden, sagte Nehammer.

Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich, erklärte am Montag, dass "rechtsextremer Terror auch in Österreich eine dauerhafte Bedrohung bleibt". Wirksame Maßnahmen seien überfällig: "Dazu gehört eine Neugründung des katastrophal aufgestellten Verfassungsschutzes", so Mernyi.(apa/dab)