Eine Woche vor Weihnachten ringt die türkis-grüne Bundesregierung darum, wie es nach den Feiertagen und Dreikönig mit der Bekämpfung des Coronavirus weitergeht. Zwar haben Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Werner Kogler am vergangenen Freitag nicht nur die Regelung für Weihnachten und Silvester bereits festgelegt, sondern auch eine zweite Runde der Massentests von 8. bis 10. Jänner angekündigt, wobei diese in Wien bis 17. Jänner dauern könnten. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hat sich nun aber dafür ausgesprochen, die Weihnachtsferien wegen der Tests über den 7. Jänner hinaus zu verlängern.

Der Kärntner Landeschef begründete seinen Vorstoß an die Adresse der Bundesregierung damit, es wäre "paradox", die Schulen am 7. Jänner und damit genau einen Tag vor dem Start der zweiten Runde der Massentests, die in den Bundesländern von 8. bis 10. Jänner durchgeführt werden sollen, wieder für den Unterricht zu öffnen. Kaiser hält es für sinnnvoller, die Weihnachtsferien bis 11. Jänner zu verlängern, um die Zahl der sozialen Kontakte zu reduzieren.

Im Burgenland endet am heutigen Dienstag die erste Runde der Corona-Massentests, die im Burgenland am 10. Dezember begonnen hat und in in andern Bundesländern wie Vorarlberg und Tirol schon von 4. bis 6. Dezember durchgeführt worden sind. Zwei Bundesländer haben bereits angekündigt, dass sie die Massentests vor Weihnachten noch fortsetzen werden: das passiert in Oberösterreich und Vorarlberg. In Kärnten wird überlegt, in Klagenfurt und Villach, die Massentests ebenfalls bis Weihnachten weiter anzubieten.

1200 positive Tests in Oberösterreich

Insgesamt haben bisher rund zwei Millionen der 8,9 Millionen Einwohner Österreichs an den Massentests teilgenommen. Rund 4200 sind bundesweit positiv getestet worden. Immerhin 1243 waren es in Oberösterreich, wo die erste Runde der Tests bis Montagabend gedauert hat. Oberösterreich war in den vergangenen Wochen häufig jenes Bundesland mit den meisten Corona-Neuinfektionen. Besonders hohe Infektionsraten wurden in den grenznahen Bezirken zu Bayern, speziell im Bezirk Schärding sowie im Bezirk Eferding zwischen Linz und Passau und im Mühlviertler Bezirk Rohrbach verzeichnet.

Noch vor Weihnachten sollen von der Bundesregierung auch jene Berufsgruppen festgelegt werden, die sich im Jänner verpflichtend Massentests unterziehen müssen. Neben Berufen, bei denen es wie etwa bei Masseuren Körperkontakt gibt, hat Regierungschef Kurz unter anderem auch die Lehrer genannt. Vom Chef der Lehrergewerkschaft, Paul Kimberger, gibt es dagegen Widerstand: Er hat im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" endlich die Umsetzung eines Gesamtpakets an Corona-Maßnahmen für die Schulen gefordert. Dies habe die Regierung bisher "verschlafen".